Selbst-Bewusstsein bei Tieren? - DER SPIEGEL
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VERHALTENSFORSCHUNG Selbst-Bewusstsein bei Tieren?

• aus DER SPIEGEL 50/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Einige höher entwickelte Säugetierarten besitzen offenbar eine an menschliches Bewusstsein grenzende Gabe: Sie wissen, wann sie etwas nicht so genau wissen. Zu dieser Erkenntnis ist ein Team um den US-Verhaltenspsychologen John David Smith von der State University in Buffalo bei Untersuchungen gelangt, in denen menschliche Probanden, Rhesusaffen und ein Delfin eine Reihe von Gedächtnis- und Wahrnehmungstests absolvieren mussten. Nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere konnten dabei durch Verhaltenssignale zu erkennen geben, wann sie sich unsicher waren und die gestellten Aufgaben lieber nicht anpacken wollten. Das überraschende Ergebnis: Alle drei Gruppen von Testteilnehmern hatten von der »Ich weiß es nicht, ich nehme lieber die nächste Frage«-Option auf nahezu identische Weise Gebrauch gemacht. »Die Antwortmuster stellen mit die größten Ähnlichkeiten zwischen Mensch und Tier dar, die je bei vergleichenden Untersuchungen gefunden worden sind«, erklärt Smith. Dies sei ein Hinweis, dass auch hoch entwickelte Säugetiere bewusste Denkleistungen vollbringen könnten.

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