Sensible Nerven - DER SPIEGEL
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AUTOMOBILE Sensible Nerven

• aus DER SPIEGEL 16/2003
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Eine Pannenserie nagt am Unfehlbarkeitsnimbus von Mercedes. Einer konzerninternen Studie zufolge bleibt die neue E-Klasse weit öfter liegen als die anderen Modelle der Marke. Von 48 458 verkauften Exemplaren der E-Klasse sind 219 allein im November liegen geblieben. Die Pannenhäufigkeit liegt damit zwei- bis dreimal höher als bei den Modellen der A-, C- und S-Klasse. Als besonders störanfällig erwies sich offenbar ein eigentlich recht simples Bauteil: die Batterie. Insgesamt 60 Prozent der streikenden Fahrzeuge fehlte schlicht der Strom. Womöglich können die Stromspeicher nicht mehr mit der elektronischen Aufrüstung mithalten, die Mercedes bei der E-Klasse so weit getrieben hat wie kaum ein anderer Hersteller bei seinen Automobilen. Auch die übrigen Pannen waren oft elektronischen Ursprungs: In elf Fällen verwirrten Wassereinbrüche das hoch sensible Nervensystem des Hightech-Fahrzeugs. Bei einem E 240 wollte einfach das Abblendlicht nicht mehr erlöschen, bei einem anderen der Blinker. Bei einem Taxifahrer fiel das Taxameter aus, dafür leuchtete die Airbag-Warnlampe. In knapp 30 Fällen diagnostizierten die Techniker einen Fehler der Crash-Sensorik. Starke magnetische Felder von Hochspannungsleitungen oder Handy-Strahlung können hier offenbar Verwirrung stiften. Inzwischen jedoch, beteuert Mercedes, seien die Geräte neu justiert und damit dieser Fehler behoben.

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