Er hat sich aus dem Meer in die Seine verirrt, weit entfernt von seinem arktischen Lebensraum: Dieser vier Meter lange Belugawal ist auf seinem Weg den französischen Fluss hinauf so sehr abgemagert, dass Mediziner nun eine gefährliche Rettungsaktion unternehmen: mit dem Lastwagen wollen sie ihn am Dienstag vom Süßwasser in ein Salzwasserbecken transportieren.
Lamya Essemlali, Präsidentin Sea Shepherd Frankreich: »Eine Operation dieser Art, die Umsiedlung eines Wals, ist sehr, sehr kompliziert. Sie ist komplex, und das Risiko besteht darin, dass das Tier unter Stress gerät und an diesem Stress stirbt. Das passiert oft, selbst bei gesunden Tieren, und dies ist ein sehr schwaches Individuum. Aber wir haben keine andere Wahl. Er muss von hier weg, denn diese Umgebung ist für seine Gesundheit nicht geeignet.«
Mit nassen Handtüchern bedeckt soll das 800 Kilogramm schwere Tier zunächst auf einem Lastkahn gehievt und dann weitertransportiert werden.
Seit Freitag haben Naturschützer versucht, das vermutlich kranke Tier mit Fisch zu füttern. In den vergangenen Tagen hat er auf einen Cocktail aus Antibiotika und Vitaminen angesprochen und sich an der Schleusenwand gerieben. Auch die Flecken auf seinem Rücken seien verschwunden. Nun sind die Retter zuversichtlich, dass der Beluga überleben wird. Wenn der Wal den Transport übersteht, und auf die geplante Behandlung anspricht, könnte er schließlich wieder in die offene See entlassen werden.