Zu oberflächlich, glauben US-Forscher, habe sich die Wissenschaft bislang mit dem Pigmentstoff Melanin beschäftigt. Die nahezu lichtundurchlässige Substanz, verantwortlich für Sonnenbräune und Sommersprossen, dient der Haut als Strahlenschutz. Doch der Hautfarbstoff findet sich, wie jetzt entdeckt wurde, auch sonst überall im Organismus. Bei vielerlei Stoffwechselvorgängen spielt er offenbar eine Schlüsselrolle: Melanin, so neuere Untersuchungsergebnisse, beeinflußt biochemische Reaktionen im Körper. Der chemisch stabile Eiweißstoff - unverändert nachweisbar selbst noch bei ägyptischen Mumien - wirkt nach Ansicht einiger Experten bei der Wundheilung, aber auch beim Vorgang des Alterns mit. Überdies reguliere er den Informationsfluß zwischen den Gehirnzellen, erzeuge wechselnde Stimmungszustände und bilde, in seiner chemischen »Speicherform« namens Lipofuscin, die Grundlage für das Langzeitgedächtnis. Womöglich, vermuten andere Forscher, sei sogar die Evolution melaningesteuert: Je höher die Entwicklungsstufe eines Lebewesens, desto stärker ist die Melanin-Konzentration im zentralen Nervensystem.
Dieser Ausdruck wurde am 17.10.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.
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