GENTESTS Suche nach den wahren Eltern
Angehörige der verlorenen Generation Argentiniens versuchen mit Hilfe von DNA-Tests ihre leiblichen Eltern ausfindig zu machen. Unter der Militärjunta, die in dem Land von 1976 bis 1983 herrschte, waren schätzungsweise 30 000 Regimegegner verschleppt und getötet worden. Manche der Opfer waren noch jung und hatten kleine Kinder. In anderen Fällen waren die verhafteten Frauen schwanger - etwa 500 Kinder kamen in den Foltercamps und Gefängnissen zur Welt und wurden nach der Ermordung ihrer Eltern meist von Angehörigen der Militärkaste aufgezogen. Knapp 90 von ihnen haben mit Hilfe der Gentests bereits ihre wahre Identität herausgefunden. Für viele von ihnen war die Erkenntnis schockierend, dass ihre vermeintlichen Eltern zu den Peinigern ihrer leiblichen Väter und Mütter gehörten. Andere hatten schon lange zuvor gespürt, dass etwas nicht stimmte: »Ich habe mich wie eine Katze gefühlt, die in einer Familie von Hunden aufwächst«, erinnert sich eines der Opfer.