Arktis: Statoil meldet großen Ölfund - DER SPIEGEL
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Seltener Erfolg: Ölentdeckung im Nordmeer

Foto: Hagen Oeyvind/statoil/ho/ picture alliance / dpa

Arktis Statoil meldet großen Ölfund

Das Eis der Arktis schmilzt, Firmen suchen im hohen Norden vermehrt nach Rohstoffen. Doch nur wenige der bisherigen Ölbohrungen waren erfolgreich. Nun verkündet der Konzern Statoil einen stattlichen Fund - er könnte mit einem noch größeren Nachbarfeld verbunden sein.
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Stavanger - Der norwegische Ölkonzern Statoil hat nach eigenen Angaben große Ölvorkommen in der Barentssee aufgespürt. Die Ressourcen könnten sich auf bis zu 50 Milliarden Liter belaufen, teilte Statoil am Montag mit. Es sei bereits die zweite derartige Entdeckung in der Arktis in weniger als einem Jahr.

Der Fund am Havis-Feld liege lediglich sieben Kilometer von dem im April entdeckten Skrugard-Feld in der Barentssee entfernt, erklärte Statoil. Zusammen mit den bereits entdeckten Vorkommen in der Umgebung beliefen sich die Funde auf 60 bis 100 Milliarden Liter Öl. Beide Felder könnten miteinander verbunden sein.

Damit dürften sich die Aussichten auf die Erschließung großer Energieressourcen in der Arktis weiter verbessern. Auch für Norwegen ist der Fund, sollte er sich bestätigen, eine gute Nachricht. Das Land ist der achtgrößte Ölexporteur weltweit, bei Gas sogar der zweitgrößte. Seit 2001 ist die Ölproduktion allerdings gesunken.

"Ich glaube, wir werden in der Lage sein, in der Zukunft dort weitere Funde zu machen", sagte Statoil-Chef Helge Lund. Bisher war es für Ölkonzerne sehr schwierig, Öl- und Gaslagerstätten in der Arktis ausfindig zu machen. Durch die anhaltende Eisschmelze wird es jedoch einfacher, vorhandene Ressourcen nördlich des Polarkreises aufzuspüren.

Seltener Erfolg

Mit Hilfe der jüngsten Entdeckung werde es Statoil gelingen, die Produktionsziele für 2020 zu erreichen, sagte Lund. Die Norweger planen bis dahin, ihre gesamte Öl- und Gasförderung auf 2,5 Millionen Barrel pro Tag zu steigern. Das wäre im Vergleich zu 2010 eine Erhöhung um ein Drittel. Partner bei dem neuen Ölfeld sind nach Statoil-Angaben der italienische Eni-Konzern mit einer 30-Prozent-Beteiligung und die norwegische Staatsfirma Petoro, die 20 Prozent halten wird.

Die Förderung soll noch vor Ende des Jahrzehnts beginnen. Nach Angaben von Lund ist es wahrscheinlich, dass die Förderung bei den Feldern Skrugard und Havis gemeinsam vorbereitet wird. Neben diesen Vorkommen entdeckte Statoil zuletzt mit der schwedischen Lundin Petroleum die Felder Aldous Major South und Avaldsnes in der Nordsee - dabei handelte es sich um den größten Ölfund seit fast 30 Jahren in der Nordsee. Sie haben einen geschätzten Wert von ungefähr 30 Milliarden Euro.

In den vergangenen 30 Jahren sind in der Barentssee 92 Bohrungen nach Öl vorgenommen worden. Nur wenige - wie im Skrugard und im Enis Goliat-Ölfeld - waren von Erfolg gekrönt.

boj/Reuters