Umweltkatastrophe in der Nordsee Flamme erlischt über havarierter Gasplattform
Gasleck in der Nordsee: Explosionsgefahr gebannt
Foto: AFP/ Total E&P UKBerlin - Die zum Abfackeln von Gasresten genutzte Flamme über der Gasplattform "Elgin" in der Nordsee ist nach Angaben des französischen Energiekonzerns Total gelöscht. Das teilte das Unternehmen Total am Samstag mit. Die Flamme sei "wie erwartet" von allein ausgegangen.
Die unmittelbare Gefahr einer Explosion ist nun gebannt, da das ausströmende Gas sich an der Flamme nicht mehr entzünden kann. Die Flamme brannte in etwa hundert Meter Entfernung von dem Gasleck. Bei ungünstigen Windbedingungen hätte das Gas zu ihr hinübergeweht werden können, schlimmstenfalls hätte es sich entzünden können.
Mit der Flamme wurden auf der Plattform Gasreste abgefackelt. Seit sechs Tagen tritt unkontrolliert giftiges und explosives Gas aus. Nach Angaben des Unternehmens sind es täglich 200.000 Kubikmeter.
Die Plattform war nach der Entdeckung eines Lecks evakuiert worden. Total hatte mehrere Möglichkeiten erwogen, die Flamme zu löschen, etwa mit einem Hubschrauber oder mit Löschschiffen. Das ist nun alles nicht mehr nötig.
Der französische Energiekonzern bereitet derweil Entlastungsbohrungen vor, um das lecke Gasbohrloch unter der Ölbohrplattform zu schließen. Außerdem kündigte das Unternehmen am Freitag an, es solle schwerer Schlamm in das Bohrloch gepumpt werden, um den Gasaustritt zu stoppen.
Die EU-Kommission fordert mittlerweile strengere Regeln für die Öl- und Gasförderung. "Der Vorfall bestätigt uns, dass die Sicherheit auf Öl- und Gasplattformen nach wie vor ein kritischer Punkt in Europa ist", sagte eine Kommissionssprecherin in Brüssel. Das gelte selbst für die EU-Länder mit den modernsten Sicherheitsstandards.
Die Probleme auf der Leck geschlagenen Nordsee-Plattform deuteten sich bereits vor einem Monat an. Am 25. Februar seien Druckschwankungen an einem Verschluss im "Elgin"-Feld beobachtet worden, gab Total am Freitag bekannt. Innerhalb von Tagen seien Maßnahmen ergriffen worden, um den Druck zu regeln. Vergeblich.