Gorleben: Atomkraftgegner besetzen Endlagerbergwerk - DER SPIEGEL
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Gorleben Atomkraftgegner besetzen Endlagerbergwerk

Protest gegen die Atompläne der künftigen Bundesregierung: Atomkraftgegner haben erneut das Gorlebener Endlagerbergwerk besetzt. Die an den Salzstock angrenzenden Kommunen setzen sich dafür ein, dass dessen Untersuchung zu Ende geführt wird.
Anti-Gorleben-Protest (am 17. Oktober in Hitzacker): Union und FDP haben sich im Grundsatz auf längere Atom-Laufzeiten geeinigt
Anti-Gorleben-Protest (am 17. Oktober in Hitzacker): Union und FDP haben sich im Grundsatz auf längere Atom-Laufzeiten geeinigt

Anti-Gorleben-Protest (am 17. Oktober in Hitzacker): Union und FDP haben sich im Grundsatz auf längere Atom-Laufzeiten geeinigt

Foto: A3794 Peter Steffen/ dpa
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Atomkraft

Gorleben - In Berlin arbeitet die zukünftige schwarz-gelbe Koalition an den Grundlinien ihrer Politik. Einer der Knackpunkte ist dabei die Zukunft der . Währenddessen versuchen Atomkraftgegner ihre Position mit spektakulären Aktionen klarzumachen, zum Beispiel am Gorlebener Endlagerbergwerk. Rund ein Dutzend Demonstranten hätten dort am Sonntag die Absperrungen überwunden und seien auf ein Dach geklettert, sagte ein Sprecher der Umweltschützer.

Weitere 200 Menschen, darunter auch Landwirte mit ihren Traktoren, hätten sich vor dem Gelände versammelt. Die Polizei konnte nach Angaben eines Sprechers verhindern, dass weitere Personen auf das Gelände vordrangen. Mehrere Demonstranten seien vorübergehend festgenommen worden - um ihre Personalien festzustellen. Es seien mehrere Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet worden.

Bereits vor zwei Wochen hatten Atomgegner das Areal im Gorlebener Wald vorübergehend besetzt. Union und FDP wollen die seit dem Jahr 2000 unterbrochene Erkundung des Gorlebener Salzstocks zügig wiederaufnehmen. Und die an den Salzstock angrenzenden Kommunen setzen sich genau dafür ein: "Die Untersuchung muss zu Ende geführt werden", sagt der Bürgermeister der Samtgemeinde Gartow, Friedrich-Wilhelm Schröder (CDU).

Auch in Berlin versuchen die Atomkraftgegner Flagge zu zeigen. Mehrere hundert Menschen bildeten am Samstag in den Straßen rund um die nordrhein-westfälische Landesvertretung eine Menschenkette. Sie protestierten gegen längere Laufzeiten für Kernkraftwerke. Die Polizei zählte 400 Teilnehmer, die Organisatoren sprachen von 500 Demonstranten. Sie hatten ein rund einen Kilometer langes Anti-Atom-Transparent dabei.

Öko-Energien

Karl-Theodor zu Guttenberg

Dabei haben sich Union und FDP im Grundsatz längst auf längere Atom-Laufzeiten, aber auch den Ausbau der geeinigt. Wirtschaftsminister (CSU) kündigte am Samstag an, die Atomkraft solle nur eine Übergangstechnologie sein. Die genauen Laufzeiten der Atommeiler stehen aber noch nicht fest.

Jürgen Rüttgers

Einzelheiten und Details sollten in den kommenden Tagen geklärt werden. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident (CDU) hält Gespräche mit den Energiekonzernen für notwendig, um Vereinbarungen zu treffen. Bezifferte Laufzeiten sollen nach bisherigen Plänen noch nicht in den Koalitionsvertrag. Nach vorläufigen Plänen soll der längere Weiterbetrieb vor allem an strenge Sicherheitsstandards geknüpft werden.

chs/ddp/dpa