Optimaler Champagner: Kühlen und schräg eingießen - DER SPIEGEL
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Optimaler Champagner Kühlen und schräg eingießen

Experimente zeigen, mit welchen Tricks Champagner am besten schmeckt. Auch die Form des Glases entscheidet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Korken ploppt, feiner Nebel steigt aus der Flasche empor, perlender Champagner fließt ins Glas. Physiker haben die Geräusche der winzigen Perlen gemessen - und schließen auf die Qualität des Getränks.

Sie maßen nicht das Ploppen der Kohlensäurebläschen an der Oberfläche, sondern deren leises Sirren unter Wasser, wenn die Perlen sich von der Glaswand ablösen und hochsteigen.

"Aus den akustischen Daten konnten wir sehen, dass die Bläschen im extravaganteren Champagner etwas kleiner sind, dass ihre Größe weniger variiert und sie insgesamt mehr sprudelten", berichtet Kyle Spratt von der Universität in Austin, Texas.

Aber stimmt es, dass feinere, schnurgerade hochziehende Perlen stets den besseren Champagnergenuss versprechen, wie es ein lange gehegtes Vorurteil will?

Ein Team um Gérard Liger-Belair von der Universität Reims fand heraus, dass Blasen mit einem Durchschnitt von 3,4 Millimetern die Freisetzung von Aerosolen in der Luft über dem Glas am besten ermöglichen - der entstehende Duft komme dem Aroma zugute.

Am besten ist die Sektflöte

"Das Ergebnis ist bemerkenswert, weil es den gängigen Glauben unterminiert: 'Je kleiner die Blasen, desto besser der Champagner'", sagt Liger-Belair.

Zuvor hatten die Champagner-Forscher aus Reims bereits festgestellt, dass das Kühlen des Getränks dazu führt, dass in jeder Blase weniger Alkohol transportiert wird. Auch dies käme dem Genuss zugute, weil delikatere Aromen der Trauben dann nicht vom Alkohol übertönt würden, betonen sie.

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Liger-Belair und Kollegen haben außer dem Aroma auch den Korkenknall untersucht: Mit Hochgeschwindigkeitskameras nahmen sie den in der Regel grau-weißen Champagnernebel auf. Auch er hängt von der Temperatur ab - und ist bei nicht gekühlten Flaschen spärlicher und eher bläulich.

Das beste Glas zum Bewahren des aufsteigenden Genusses ist nach Studien der Franzosen die Sektflöte. Darin stiegen die Perlen wesentlich langsamer hoch als in der Glasschale, der Geschmack bleibt länger erhalten. Wird die Sektflöte schräg befüllt blieben die meisten Bläschen bewahrt.

Von Andrea Barthélémy, dpa/boj

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