Satellitenbild: Eis in Arktis und Antarktis - DER SPIEGEL
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Satellitenbild der Woche Eiszeit an, Eiszeit aus

Wenn die Tage wieder länger werden, zieht der Frühling auch in der Arktis ein. Aktuelle Satellitenbilder zeigen: Die arktische Eisdecke hat ihren Maximalstand für dieses Jahr erreicht - nun beginnt das große Schmelzen. In der Antarktis ist es genau umgekehrt.
Eisdecken: Satellitenbilder zeigen Arktis (links) und Antarktis (rechts)
Eisdecken: Satellitenbilder zeigen Arktis (links) und Antarktis (rechts)

Eisdecken: Satellitenbilder zeigen Arktis (links) und Antarktis (rechts)

Foto: NOAA
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Wie navigiert man am besten durchs Eis der Arktis? Diese Frage beschäftigte kürzlich deutsche Forscher, die ein Navigationssystem für Schiffskapitäne im hohen Norden entwickelt haben. Auf dem norwegischen Forschungsschiff "Lance" testeten sie ihre Technologie vor Spitzbergen. Denn die Region rund um den Nordpol ist längst zum Ziel für Schiffe geworden, die auf Routen durch die Arktis teils erhebliche Abkürzungen nehmen können - zumindest im Sommer.

Im Winter liegt über dem Arktischen Ozean auch auf lange Sicht ein dicker Panzer, wegen der niedrigen Temperaturen in der Dunkelheit der Polarnacht. Das National Snow and Ice Data Center  an der University of Colorado in Boulder hat ausgerechnet, dass das diesjährige Eismaximum in der Arktis am 21. März erreicht wurde. Grundlage sind aktuelle Satellitenaufnahmen. Demnach waren an diesem Tag 14,91 Millionen Quadratkilometer in der Arktis von Eis bedeckt. Das entspricht ungefähr der 40-fachen Fläche Deutschlands.

Was bedeutet diese Zahl? Der Wert liegt einerseits 730.000 Quadratkilometer unter dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010, andererseits 330.000 Quadratkilometer über dem bisher registrierten Minimum zum Ende der Wintersaison, das im März 2006 gemessen wurde. Insgesamt gesehen gibt es dieses Jahr damit den fünftniedrigsten Wert seit Start der Statistik im Jahr 1979.

Im Süden nimmt die Eisbedeckung wieder zu

Im Schnitt wird das Maximum des Arktiseises schon am 9. März erreicht, doch dieses Jahr war das erst deutlich später der Fall - weil die Eisdecke im März noch einmal angewachsen war. Schuld waren Tiefdruckgebiete in der östlichen Arktis und im Nordatlantik. Sie hatten unter anderem dafür gesorgt, dass die Eisschollen in der Barentssee noch einmal über größere Gebiete verteilt wurden. Dort hatte es den ganzen Winter über ansonsten eine ungewöhnlich niedrige Eisbedeckung gegeben. Auch in der Beringstraße wurden Eisschollen durch kräftige Nordostwinde noch einmal weit nach Süden gedrückt.

Interessant ist, dass in diesem Winter der Anteil der mehrjährigen Eisschollen rund um den Pol wieder gestiegen ist. Diese dickeren Schollen haben im Prinzip bessere Chancen, den Sommer zu überstehen. Am Ende dieses arktischen Winters betrug der Anteil des mehrjährigen Eises in der Arktis 43 Prozent, im vergangenen Jahr waren es nur 33 Prozent. Allerdings liegt auch der diesjährige Wert noch immer unter dem des Frühjahrs 2007. Damals betrug der Anteil der mehrjährigen Schollen 46 Prozent - und doch verschwand der allergrößte Teil von ihnen bei einer besonders starken Sommerschmelze.

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Das Schrumpfen des Eises in der Arktis bedeutet am anderen Ende der Welt das genaue Gegenteil: In der Antarktis steigt die Eisbedeckung nach dem dortigen Sommer wieder. Auch das zeigen die Satellitendaten. Im Süden wurde der Minimalwert bereits am 23. Februar erreicht: 3,54 Millionen Quadratkilometer. Es war die vierthöchste Marke seit dem Start der Satellitenaufnahmen. Dem Pine-Island-Gletscher in der Antarktis half das freilich nicht. Er verliert immer mehr Eis, weil ihn warmes Wasser von unten angreift.

chs