Reaktion auf Luftverschmutzung Paris verhängt Fahrverbot wegen Smog
Smogalarm in Paris: Frankreichs Hauptstadt versinkt im Nebel
Foto: THOMAS SAMSON/ AFPIn China oder Indien werden bereits regelmäßig Fahrverbote wegen Smog-Alarm verhängt. Nun muss auch Paris mit drastischen Maßnahmen reagieren: Wegen der akuten Luftverschmutzung in Frankreichs Hauptstadt ist am Montag erstmals seit fast zwei Jahrzehnten ein partielles Fahrverbot in Kraft getreten.
Ab 5.30 Uhr am Morgen durften nur noch Autos und Motorräder, deren Nummernschild mit einer ungeraden Ziffer endet, im Großraum Paris fahren. Überwacht wurde das von rund 700 Polizisten an 60 Kontrollpunkten in der ganzen Stadt. Wer gegen die Regel verstößt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von mindestens 22 Euro rechnen.
Dicke Luft in Paris: Fahrverbot soll Abhilfe schaffen
Foto: PATRICK KOVARIK/ AFPDas abwechselnde Fahrverbot für Autos und Motorräder mit geraden und ungeraden Nummernschildern wurde beschlossen, nachdem die zulässigen Höchstwerte für Feinstaub-Partikel zuletzt fünf Tage in Folge überschritten worden waren. Auch Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Maßnahmen sind vorgesehen.
Die Luftverschmutzung geht unter anderem auf den Autoverkehr zurück, wird aber derzeit durch ein Hochdruckgebiet über Frankreich verstärkt. Dieses sorgt dafür, dass sich die Partikel konzentrieren. Am Freitag hatte die Konzentration der teils als krebserregend eingestuften Feinstaub-Partikel einen Wert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erreicht - zulässig sind höchstens 50 Mikrogramm. Zwar ging die Belastung tags darauf wieder leicht zurück, doch ab Sonntagabend wird mit einem erneuten Anstieg gerechnet. Die Regierung verhängte daher erstmals seit 1997 und zum zweiten Mal in der Landesgeschichte ein derartiges Fahrverbot. Frankreichs größter Autofahrerbund kritisierte diese Entscheidung als "unfair und dumm".
Für die Feinstaub-Belastung werden besonders Diesel-Fahrzeuge und die Schwerindustrie verantwortlich gemacht. In der Hauptstadtregion hatten die zuständigen Behörden am Wochenende bereits erlaubt, den öffentlichen Nahverkehr kostenlos zu nutzen. Auch städtische Fahrräder und Elektroautos konnten gratis ausgeliehen werden.
Studie zur Umweltverschmutzung: Aussichtslose Lage
Nicht nur Paris ist von der Luftverschmutzung betroffen. Auch in Städten wie Lyon, Bordeaux, Caen, Rouen, Grenoble, Le Mans, Tours und Reims sind die Werte drastisch erhöht. Stellenweise wurden zudem Kaminfeuer-Verbote verhängt. Schulen sollten die Aktivitäten von Kindern im Freien begrenzen.