Wegen Tests AKW Philippsburg schaltet Reaktor ab
Philippsburg - Einer von zwei Blöcken des Kernkraftwerks Philippsburg in der Nähe von Karlsruhe ist am Freitag vom Netz genommen worden. Als Grund nannte der Betreiber Energie Baden-Württemberg (EnBW) die Suche nach einem möglichen Fehler im Bereich der Maschinentransformatoren.
Das Atomkraftwerk sei erst vor wenigen Tagen nach einer Revision wieder in Betrieb genommen worden, sagte der Sprecher des Landesumweltministeriums Karl Franz. Laut EnBW mussten Proben des Öls genommen werden, mit dem der Transformator gekühlt wird. Dies sei während des laufenden Betriebs nicht möglich gewesen. Dem Konzern zufolge könnte die Isolier-Eigenschaft des Öls vermindert sein.
Der Vorfall sei nicht meldepflichtig, sagte Ministeriumssprecher Franz. Es handele sich um "sicherheitsgerichtetes Verhalten". Als Atomaufsicht habe man dem Betreiber jedoch geraten, die Öffentlichkeit zu informieren.
Die beiden Blöcke des Atommeilers Philippsburg decken etwa ein Viertel des Strombedarfs in Baden-Württemberg ab.
Philippsburg ist die zweite bekannt gewordene Abschaltung eines deutschen Atommeilers an einem Tag: In der Nacht zum Freitag war bereits das Kernkraftwerk Emsland vom Netz getrennt worden. Ursache sei eine nicht ordnungsgemäß funktionierende Überwachungseinrichtung eines Maschinentrafos gewesen, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums in Hannover.
Eine Sicherheitsgefahr bestehe es nicht, es habe keinerlei Austritt von Radioaktivität gegeben. Unklar ist, wie lange das Werk abgeschaltet bleibt. RWE sprach von zwei Tagen.