Träge Brüter
Die Energiequelle der Jahrtausendwende sollen sie werden -- Schnellbrut-Reaktoren, die mehr atomaren Brennstoff erzeugen, als sie verbrauchen. Doch die Goldesel der Kernphysik sind offenbar störrisch. Der erste Schnelle Brüter der Welt, die 135 Millionen Dollar teure Anlage »Enrico Fermi« bei Monroe (US-Staat Michigan), wird demnächst verschrottet. Der Versuchsreaktor hatte nie auch nur die Hälfte der vorgesehenen Leistung erbracht; und nach einem Unfall 1966 dauerte die Reparatur vier Jahre. Den Aufwand für ein neues Schnellbrüter-Projekt schätzt die US-Regierung nun gar auf 700 Millionen bis eine Milliarde Dollar. Auch die britischen Brüter-Experten kommen nicht nach Plan voran: Ihr Prototyp-Kraftwerk kann -- drei Jahre verspätet -- allenfalls 1973 anlaufen.