Virtueller Fall - DER SPIEGEL
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COMPUTER Virtueller Fall

• aus DER SPIEGEL 40/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Verletzungen misshandelter Kinder können bald nicht mehr so einfach als Folgen von Treppenstürzen vertuscht werden. Wissenschaftler der University of Pittsburgh haben ein Simulationsprogramm entwickelt, das wie ein virtueller Auto-Crashtest funktioniert: Es zeigt, welche Verletzungen sich ein dreijähriges Kind tatsächlich zuziehen würde, wenn es eine Treppe hinunterfällt. Das Programm ermittelt insbesondere die möglichen Oberschenkelbrüche - abhängig von der jeweiligen Treppe: Wie viele Stufen hat sie, wie steil ist sie, wie elastisch, welchen Belag hat der Boden? So steigt etwa die Verletzungswahrscheinlichkeit mit der Anzahl der Stufen, weil sich das Falltempo während des Sturzes vergrößert: Ein Kind, das 15 Stufen hinunterfällt, kann sich zum Beispiel dreimal so heftig verletzen wie eines, das nur drei Stufen fällt. Auch die Beschaffenheit der Schuhe spielt eine Rolle: Mit Gummisohlen rutscht man auf einer Treppe mit öliger Oberfläche zehnmal leichter aus als etwa auf einer mit PVC beschichteten Treppe. Die Wissenschaftler hoffen, dass Ärzte mit Hilfe der Simulation in Zukunft schneller verschwiegene Kindesmisshandlungen aufdecken können.

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