Wasser greift Spaltstoff an - DER SPIEGEL
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PLUTONIUM Wasser greift Spaltstoff an

• aus DER SPIEGEL 3/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die für die zivile wie militärische Nutzung von Plutonium zentrale Verbindung Plutoniumdioxid (PuO2) ist chemisch erheblich weniger stabil als bisher angenommen. Selbst bei Raumtemperatur verwandelt sich das Material unter dem Einfluss von Wasser oder Feuchtigkeit langsam in eine andere Spielart des Oxids, wobei auch Wasserstoff entsteht, wie amerikanische Forscher im Wissenschaftsmagazin »Science« berichten. Die überraschende Entdeckung könnte Auswirkungen auf den auch in Deutschland verbreiteten Einsatz so genannter Mischoxid-Brennelemente (Mox) in Atomkraftwerken haben, die zum Teil aus Plutoniumdioxid bestehen. Bisher wurde der hochgiftige Spaltstoff Plutonium in Form von PuO2 verwendet, weil er bis zu einer Temperatur von 2000 Grad Celsius als chemisch stabil galt. Konsequenzen hat die jüngste Entdeckung auch für Endlager, in denen plutoniumhaltige Abfälle aus Kernreaktoren oder ausrangierten Atombomben über zehntausende von Jahren sicher verschlossen werden sollen. Denn das veränderte Plutoniumoxid braucht weniger Zeit, um aus dem Atomabfall ausgewaschen und mit dem Grundwasser an die Oberfläche geschwemmt zu werden.

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