Abstehende Isoliermatte "Atlantis" soll im All repariert werden
Houston/Washington - Der Flug des Space Shuttle "Atlantis" wird zwei Tage länger dauern als geplant. Nasa-Flugdirektor John Shannon sagte auf einer Pressekonferenz, man benötige Zeit für einen vierten Außeneinsatz. Grund sei eine nötige Reparatur des Hitzeschildes an der Unterseite der Raumfähre. Beim Start am Freitag hatte sich ein Stück der Isolierung gelöst.
Auf dem zusätzlichen Außeneinsatz solle das Problem nun behoben werden, damit die "Atlantis" bei ihrem Wiedereintritt in die Atmosphäre keine Hitzeschäden davontrage. Der neue Termin für die Rückkehr zur Erde sei der 21. Juni - also Donnerstag nächster Woche.
An der betreffenden Stelle am linken oberen Heck ist eine 10 mal 15 Zentimeter große Ecke umgeknickt. Sie steht jetzt wie ein Dreieck nach oben. Durch die starken Reibungskräfte beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre würde an diesem hervorstehenden Stück zusätzliche Hitze entstehen.
Nähen oder Kleben in der Schwerelosigkeit
Die Nasa will aber alle Risiken und mögliche Schäden vermeiden, weil die "Atlantis" im Dezember das europäische Weltraumlabor "Columbus" zur ISS fliegen soll. Die hervorstehende Ecke kann nach den Worten von Shannon heruntergedrückt und dann mit einem Metallfaden angenäht oder mit Spezialklebstoff festgeklebt werden.
In der vergangenen Nacht haben zwei Astronauten der Raumfähre "Atlantis" erfolgreich den ersten Außenbordeinsatz abgeschlossen. Jim Reilly und John Olivas verließen die Raumfähre am gestrigen Montag um 22.02 Uhr mitteleuropäischer Zeit und beendeten ihren Einsatz sechs Stunden und 15 Minuten später.
Bei ihrem Ausflug ins All arbeiteten Reilly und Olivas unter anderem an den elektrischen Anschlüssen und der Klimaanlage der Raumstation ISS und brachten mit Hilfe eines riesigen Roboterarms ein 16 Tonnen schweres und 14 Meter langes Segment mit Solarzellen zur besseren Energieversorgung an der Raumstation an. Das Bauteil, das zunächst wie ein Fächer zusammengefaltet war, sollte am Dienstag entfaltet werden.
Die "Atlantis" war in der Nacht zum Samstag vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartet und hatte am Sonntagabend an der ISS angedockt.
hda/AFP/dpa