"Ariane 5 Plus": Schwertransporter fürs All - DER SPIEGEL
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"Ariane 5 Plus" Schwertransporter fürs All

Kommunikationssatelliten werden immer größer und immer schwerer. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, wurde für die europäische Trägerrakete Ariane 5 die neue Oberstufe ESC-A entwickelt.
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Auf dem heiß umkämpften Markt für kommerzielle Trägersysteme gilt die Ariane bislang als außerordentliche zuverlässig. 154 Mal transportierte die Trägerrakete der Esa erfolgreich Satelliten ins All. Damit ist Arianespace mit einem Marktanteil von gut 50 Prozent die Nummer eins unter den kommerziellen Anbietern. Doch immer mehr Konkurrenten aus den USA, Russland, China und Japan machen der Vorzeigefirma auf dem High-Tech-Markt den Gewinn streitig.

Große Hoffnungen im Kampf um Weltmarktanteile hatten auf der neuen Oberstufe ESC-A (Etage Superieur Cryotechnique A) der "Ariane 5 Plus" geruht. Dieses Bauteil in der Spitze der Rakete ist in der Lage, eine Rekordnutzlast von zehn Tonnen in den Weltraum zu transportieren - vier Tonnen mehr als bisher. Damit macht es die 180.000 PS starke ESC-A erstmals möglich, gleich zwei schwere Satelliten auf einmal ins All zu schießen. Der Jungfernflug der Super-Ariane endete am 12. Dezember 2002 allerdings in einem Fiasko: Die Rakete explodierte kurz nach dem Start.

Die Ariane 5 ermöglicht es, Satelliten sowohl in erdnahe (von 400 km bis 1.000 km) als auch auf geostationäre Umlaufbahnen (36.000 km) zu transportieren. Die zweistufige Trägerrakete besteht aus einer Hauptstufe EPC (Etage à Propergols Cryotechnic), die mit zwei Feststoff-Zusatzraketen (Booster) ausgestattet ist, und der Oberstufe. Sowohl die Haupt- als auch die neue Oberstufe ESC-A basieren auf kryogener Antriebstechnik, arbeiten also mit tiefkalten, hochenergetischen Treibstoffen (Flüssigwasserstoff und Flüssigsauerstoff). Der zentrale Steuerrungseinheit, das VEB (Vehicle Equipment Bay) befindet sich zwischen Haupt- und Oberstufe.

Nach dem Start werden zunächst die Booster in einer Höhe von rund 65 Kilometern abgestoßen und fallen an Fallschirmen in den Atlantik zurück. Das Haupttriebwerk hat acht Minuten später seinen Brennschluss. Aufgabe der Oberstufe ist es dann, die Nutzlast in die vorgesehen Umlaufbahn zu transportieren.

Die ESC-A wurde von der Raumfahrtfirma Astrium in Bremen entwickelt und wird dort auch gefertigt. Durch den Einsatz bewährter Komponenten betrug die Entwicklungszeit nur drei Jahre.

Die kryogene Oberstufe ESC-A der "Ariane 5 Plus"

Höhe 4,70 Meter
Durchmesser 5,40 Meter
Gewicht/Masse (unbetankt) 4,4 Tonnen
Treibstoffmasse 14,6 Tonnen
Nutzlast 10 Tonnen (Geostationärer Orbit)
Schubkraft H10 65 kN / rund 180.000 PS
Treibstoffe LH2/LOX (kryogen)