Asteroid explodiert in Erdatmosphäre über Botswana - DER SPIEGEL
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Über Afrika Asteroid explodiert in Erdatmosphäre

Am Wochenende ist ein Asteroid in einem Feuerball über Botswana verglüht. Der Fall zeigt: Gerade kleinere Gesteinsbrocken werden erst spät von Überwachungssystemen erfasst - wenn überhaupt.
Modell des Asteroiden
Modell des Asteroiden

Modell des Asteroiden

Foto: NASA/JPL-Caltech
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Als Astronomen den Gesteinsbrocken entdeckten, hatte er bereits den Mond passiert und raste direkt auf die Erde zu. Nur Stunden später trat er in die Erdatmosphäre ein und explodierte.

"Damit ist es erst das dritte Mal gelungen, einen Asteroiden auf seiner Einschlagskurve zu entdecken", sagt Paul Chodas vom Zentrum für erdnahe Objekte am Jet Propulsion Laboratory der Nasa . "Es ist auch erst das zweite Mal, dass ein Auftreffen auf der Erde weit vor dem Ereignis selbst mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden konnte."

Kleinere und größere Gesteinsbrocken bombardieren nahezu ständig die Erde, die meisten verglühen, bevor sie den Boden erreichen. Doch einige können zur Gefahr werden. Beim letzten größeren Einschlag eines Asteroiden im Februar 2013 gab es im russischen Tscheljabinsk eine gewaltige Explosion. Die Schockwelle brachte im Umkreis von Dutzenden Kilometern Fensterscheiben zum Bersten - etwa 1500 Menschen wurden verletzt.

Hier sehen Sie das Video der Explosion im Jahr 2013:

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Automatische Teleskope und Frühwarnnetze suchen den Himmel deshalb ständig nach potenziellen Gefahren ab. Doch gerade kleinere Gesteinsbrocken können leicht übersehen werden. Der Tscheljabinsk-Asteroid traf die Erde beispielsweise völlig unvorbereitet, weil er aus Richtung der Sonne anrauschte und daher schwer zu beobachten war.

Am Wochenende schlug ein System in Arizona Alarm und meldete einen möglicherweise gefährlichen Asteroiden an das Minor Planet Center in Massachusetts. Dort stellten die Astronomen fest: Das Objekt befindet sich auf direktem Kollisionskurs mit der Erde und wird in wenigen Stunden den Planeten treffen.

Asteroid auf Satellitenausnahme (pink umkreist)

Asteroid auf Satellitenausnahme (pink umkreist)

Foto: NASA/JPL-Caltech/CSS-Univ. of Arizona

Noch wussten die Forscher nicht, wie groß der Himmelskörper war. Astronomen in einem internationalen Überwachungsnetz beobachteten den Asteroiden deshalb genauer. Sie konnten schließlich Entwarnung geben: Das Objekt maß nur etwa zwei Meter und war damit viel kleiner als befürchtet. Es werde höchstwahrscheinlich in der Atmosphäre zerplatzen, prophezeiten die Astronomen.

Sie sollten Recht behalten: Am 2. Juni um 18:44 Uhr Ortszeit trat der Asteroid 2018 LA über Afrika mit einer Geschwindigkeit von 17 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein. Er explodierte mehrere Kilometer über der Oberfläche. Eine Überwachungskamera in Südafrika zeichnete den weithin sichtbaren Feuerball auf, das Video sehen Sie hier:

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Auch Infraschall-Netzwerke registrierten den Knall der Explosion und lokalisierten ihn über Botswana, verletzt wurde niemand. Wäre der Asteroid allerdings größer gewesen, hätte es kaum Zeit für Schutzmaßnahmen gegeben.

"Das Objekt war viel kleiner als die, die wir erkennen und vor denen wir warnen sollen", sagt Lindley Johnson vom Planetary Defense Office der Nasa. "Aber dieses reale Ereignis hat es uns ermöglicht, unsere Fähigkeiten zu testen. Wir sind nun zuversichtlich, dass unsere Vorhersagemodelle geeignet sind, um auf einen drohenden Einschlag eines größeren Objekts reagieren zu können."

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Asteroiden: Gefährliche Geisterfahrer

Noch gibt es allerdings keine Technologie, die einen Asteroideneinschlag verhindern könnte. Wissenschaftler haben verschiedene Varianten vorgeschlagen: Kleinere Asteroiden bis 100 Meter Durchmesser könnte ein gezielter Crash mit einer Rakete zerlegen, die Einzelteile würden beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen.

Größere Asteroiden müsste man aus ihrer Bahn lenken, damit sie die Erde verfehlen. Dies könnte ebenfalls durch einen gezielten Zusammenstoß mit einer Rakete geschehen oder durch eine Atombombenexplosion. Denkbar ist auch, eine große Masse in die Nähe des Asteroiden zu platzieren, deren Gravitationskraft seine Bahn verändert. Wie genau dieses Objekt aussehen könnte und wie es ins All gebracht werden soll, ist allerdings unklar.

Die Nasa hat bisher etwa 17.000 Asteroiden in der näheren Umgebung der Erde entdeckt. Dass die in den kommenden 200 Jahren auf die Erde treffen, ist laut der Raumfahrtbehörde aber unwahrscheinlich. Am gefährlichsten ist bisher der 160 Meter große Asteroid "410777 (2009 FD)", der die Erde im Jahr 2185 treffen könnte. Allerdings liegt die Chance dafür derzeit bei 1 zu 714.

Im Video: Asteroiden-Einschlag - Wie eine Naturkatstrophe die Welt veränderte

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