Start verschoben Deutscher Asteroiden-Lander "Mascot" muss warten
"Hayabusa 2" im Anflug auf "1999 JU 3" (grafische Darstellung): Die Asteroiden könnten einst das Leben auf die Erde gebracht haben
Foto: Akihiro IkeshitaTanegashima - Der für diesen Sonntag geplante Start einer japanischen Sonde mit dem deutschen Asteroiden-Landegerät "Mascot" (Mobile Asteroid Surface Scout) an Bord ist verschoben worden. Wegen schlechter Wetterbedingungen könne die Trägerrakete H-IIA mit der Sonde "Hayabusa 2" nicht wie geplant am Sonntag abheben, teilte die japanische Raumfahrtagentur Jaxa am Freitag mit.
Die Rakete könne frühestens am 1. Dezember starten. Der neue Starttermin werde nach Prüfung der Wetterlage sobald wie möglich bekanntgegeben.
Der schuhkartongroße, zehn Kilogramm schwere "Mascot" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll auf dem Asteroiden 1999 JU3 abgesetzt werden. Der Brocken zieht zwischen Mars und Erde seine Bahn und hat einen Durchmesser von einem Kilometer. Die Reise dorthin wird rund vier Jahre dauern. "Mascot" soll nach der Landung hüpfend seine Position wechseln, Messungen vornehmen und einen guten Ort für die Probensammlung auskundschaften. "Hayabusa 2" wird diese Stelle dann mit Geschossen traktieren und die aus dem Asteroiden herausgelösten Bestandteile aufsaugen.
Blick in die Frühezeit des Sonnensystems
Asteroiden stammen aus der Frühzeit unseres Sonnensystems. In der öffentlichen Wahrnehmung spielen sie vor allem dann eine Rolle, wenn sie in einem Hollywoodfilm auf die Erde zurasen. Doch die potenziell gefährlichen Brocken könnten einst womöglich auch das Leben auf die Erde gebracht haben.
Es ist der zweite Anlauf einer Probenrückführung von einem Asteroiden. Mit der Sonde "Hayabusa 1" hatte die Weltraumagentur Jaxa im Jahr 2010 zum ersten Mal Staub vom Asteroiden Itokawa zur Erde gebracht. Auch wenn es sich nur um wenige Milligramm handelte, die noch nicht einmal mit bloßem Auge sichtbar waren: Die Sammelaktion war wissenschaftlich ein Erfolg.
Asteroidenmission "Mascot": Auf dem Weg zu 1999 JU3