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Sie ist für alles Leben auf der Erde verantwortlich, beschert den nördlichen Regionen farbenfrohe Polarlichter, kann mitunter aber auch den Funkverkehr oder die Stromversorgung auf der Erde stören: Die Sonne fasziniert die Astronomen, seit sie vor Jahrtausenden ihre ersten Berechnungen anstellten. Seit einigen Jahren allerdings liefert die gemeinsame Sonde "Soho" von Nasa und Esa neue aufschlussreiche Einblicke.
Das Foto:
Aufgenommen in den ersten Februartagen, zeigt das Bild die Nachwirkungen mehrerer gewaltiger Gasausbrüche auf der Sonnenoberfläche. Teile der Korona, der äußeren Hülle der Sonne, werden ins Weltall geschleudert. Aufgrund der Sonnenmagnetfelder landet Gas später wieder auf dem Zentralgestirn, deutlich sichtbare Ausbeulungen entstehen.
Der Hintergrund:
Die bogenförmigen Auswürfe der Sonne heißen Protuberanzen. Man unterscheidet vier verschiedene Formen. So existieren stationäre Protuberanzen, die mitunter extrem langlebig sein können und ausgedehnten Brücken ähneln. Aufsteigende und absteigende Protuberanzen entstehen eher spontan, können sich aber im Laufe der Zeit in stationäre Aktivitäten verwandeln. Fleckenprotuberanzen dagegen gleichen einem heißen Regen, der sich in der äußeren Hülle der Sonne bildet und in Richtung des Zentrums fließt. Die deutlichsten Auswirkungen auf die Erde haben letztlich "Flares", sehr schnelle und intensive Eruptionen, die sich manchmal mehrere Millionen Kilometer über die Sonnenoberfläche erheben können.
Die Kamera:
Als am 2. Dezember 1995 Amerikaner und Europäer ihre gemeinsame Sonnensonde ins All schossen, war von einem der ehrgeizigsten Raumfahrtprojekte der neunziger Jahre die Rede. Und "Soho" (kurz für "Solar and Heliospheric Observatory") hat seine Entwickler bislang nicht enttäuscht. Zwar mussten 1998 einige bange Wochen überstanden werden, doch der zwischenzeitlich abgerissene Kontakt konnte in einem gemeinsamen Kraftakt von Esa und Nasa wieder hergestellt werden.
Zwölf verschiedene Instrumente sollen die komplette Sonne, von ihrem geheimnisvollen Innern über ihre turbulente Atmosphäre bis hin zu dem Sonnenwinden, studieren - darunter ein Teleskop, das Licht im fernen ultravioletten Bereich analysiert, und das aktuelle Bild der Sonnenhülle geliefert hat. Auch andere Instrumente waren aktiv: Der eingebaute Koronograph, ein Instrument, das automatisch die Sonnenscheibe abdeckt und dadurch hoch aufgelöste Bilder der Hülle liefert, hat die jüngsten Aktivitäten ins Visier genommen. Entstanden ist ein faszinierendes Video der Sonneneruptionen.