"Atlantis"-Start: ISS wird endlich weitergebaut - DER SPIEGEL
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"Atlantis"-Start ISS wird endlich weitergebaut

Am Sonntag soll der Shuttle "Atlantis" ein neues Energiemodul zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Damit wird der jahrelang unterbrochene Aufbau der ISS wieder aufgenommen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Arbeiten an der auch mit deutscher Beteiligung konstruierten, halbfertigen ISS waren nach dem Verlust der Raumfähre "Columbia" 2003 unterbrochen worden. Dienten die vergangenen zwei Shuttle-Flüge vor allem dazu, neue Sicherheitsmaßnahmen zu testen, sollen die Astronauten nun insbesondere ein neues Energiemodul anbringen. Die Raumstation, bereits jetzt das größte jemals gebaute Raumfahrzeug, gewinnt dadurch etwa weitere 17 Tonnen an Masse und verändert auch ihr Aussehen.

Das Energiemodul mit den dazugehörenden zwei weiteren Sonnenkollektoren sollte ursprünglich im Mai 2003 an die 100 Milliarden Dollar teure Station angebracht werden. Wegen der Verzögerung infolge der "Columbia"-Katastrophe waren Teile der Ausrüstung seit Jahren verpackt, wurden in dieser Zeit aber auch immer wieder überprüft.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa befürchtet jedoch, dass zum Beispiel die Kollektoren beim Ausfahren stecken bleiben könnten. Sollten größere technische Probleme auftreten, könnten die geplanten drei Außeneinsätze der Astronauten um einen weiteren ergänzt werden.

"Das hat sich lange hingezogen", sagte am gestrigen Donnerstag Robbie Ashley, der für die Fracht der "Atlantis" zuständig ist, über die Sonnensegel. "Wir wollen in der Umlaufbahn sehen, wie sie den Job machen, für den sie gebaut wurden."

Die Zeit drängt beim Bau der Station. Nur die Raumfähren sind in der Lage, die größten Teile in die Umlaufbahn zu hieven, und die verbliebenen Schiffe sollen 2010 außer Dienst gestellt werden. Der Start von Cape Canaveral ist für Sonntag, 16.30 Uhr (Ortszeit, 22.30 Uhr MESZ) geplant.

hda/Reuters