Atmosphärische Fluktuationen Mars wird durchgeschüttelt
Die neuen Erkenntnisse brachten Bilder der nördlichen Polarkappen des Planeten, ein Sammelsurium von Wasser-Eis gemischt mit Staub, der bis zu zweieinhalb Kilometer dick ist. Messungen ergaben ein spiralförmiges Muster aus Eis und Nebel. Die geschätzte Akkumulations-Rate dieses Hochdruckkeils liegt bei 0,05 Zentimetern pro Jahr und lässt vermuten, dass die Kappe gerade mal fünf Millionen Jahr alt ist und während der letzten orbitalen Veränderung, die die jüngste Eiszeit eingeleitet hatte, entstand.
Jaques Laskar vom Französischen National Institut für wissenschaftliche Studien erklärte in der Fachzeitschrift "Nature", dass die dramatischen Veränderungen der Achse und der orbitalen Form des Mars zu enormen Veränderungen in der polaren "Sonnenbestrahlung" - die Menge an Sonnenlicht, die auf die Polarkappe einfällt - geführt hatten.
Derselbe Effekt ist auf der Erde zu beobachten, jedoch weitaus schwächer ausgeprägt, da die Anziehungskraft des Mondes hier gegenreguliert. Der Mars dagegen verfügt über keinen riesigen Satelliten und kann sich so auf seiner Achse bis zu 47 Grad bewegen.
Die Vermutung, dass die nördliche Polarkappen des Mars erst fünf Millionen Jahre alt sind, lässt Astronomen spekulieren: Falls das Wasser-Eis des Nordkaps in den letzten paar Millionen Jahren geschmolzen ist, könnten die Wassermengen den Planeten geflutet haben bis zu einer Tiefe von ein paar Metern. So ließen sich die relativ jung erscheinenden Täler des roten Planeten erklären.