Big Bang: Der Antimaterie auf der Spur - DER SPIEGEL
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Big Bang Der Antimaterie auf der Spur

Europäische Forscher haben neue Erkenntnisse gewonnen, um eventuell bald das Rätsel des Urknalls lösen zu können. Den Wissenschaftlern gelang es, größere Mengen an Antimaterie zu produzieren.
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Der Urknall ("Big Bang"), so glaubt die Wissenschaft, ereignete sich vor zirka 15 Milliarden Jahren und produzierte bei der Entstehung des Kosmos die gleiche Menge an Materie und Antimaterie. Doch die Antimaterie verschwand nach dem großen Knall.

Wissenschaftler der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern: Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) in Genf haben große Mengen an Antihydrogen produziert, um im Vergleich mit Hydrogen, Wasserstoff, analog zu Materie und Antimaterie, herauszufinden, was mit der Antimaterie geschehen ist.

Bereits früher hatten Forscher wenige Wasserstoff-Antimaterie Moleküle geschaffen, die jedoch nicht ausreichten, um Tests durchzuführen. Nun ist es gelungen, durch den Partikelbeschleuniger mehr als 50.000 Atome zur Verfügung zu stellen.

Michael Charlton von der University of Wales und Mitglied des CERN-Teams sagte, dass die neuen Untersuchungen ein Meilenstein in der Wissenschaft seien, der Forscher nun befähige, die fundamentalen Gesetze der Physik, die das Universum lenken, zu erforschen. Auch wolle man so die Symmetriegesetze der Natur untersuchen. Gleichzeitig sei aber die Frage nach dem Verbleib der Antimaterie dringlich.

Die Cern-Forscher kreierten große Mengen an Antihydrogen, indem sie Antiprotonen verlangsamten und ihre Energie reduzierten. Diese große Menge erlaube es nun Rückschlüsse auf das Modell Materie-Antimaterie zu ziehen. Sollte sich dabei das Antihydrogen nicht so verhalten, wie es die Wissenschaftler erwarten, wird sich die Frage stellen, inwieweit bisher angenommene Gesetzmäßigkeiten des Universums völlig neu überdacht werden müssen. Jeffrey Hangst vom CERN-Team: "Dann müssten die Lehrbücher völlig neu geschrieben werden".

Mit den neuen Perspektiven ergeben sich auch wieder fantastische Visionen von Antimaterie-betriebenen Raumschiffen. Davon ist man dann aber doch noch Lichtjahre entfernt: Die Menge, die in einem Jahr bei Cern produziert wird, würde gerade mal ausreichen, um eine 100 Watt Birne für 15 Minuten glühen zu lassen.