Defekter Sensor Astronauten müssen All-Einsatz abbrechen
Astronaut Chamitoff beim Außeneinsatz: Antennen-Montage abgrebrochen
Foto: DPA / NasaHouston - Ein defekter Kohlendioxidsensor hat für einen vorzeitiges Ende des Außeneinsatzes der beiden Shuttle-Astronauten Gregory Chamitoff und Drew Feustel gesorgt. Fast fünf Stunden nachdem die beiden ihre Arbeiten im Außenbereich der Internationalen Raumstation (ISS) begonnen hatten, entdeckte die Bodenkontrolle, dass der Sensor in Chamitoffs Anzug seinen Geist aufgegeben hatte. Sicherheitshalber befahlen die Kontrolleure eine Rückkehr in die Raumstation.
Mit dem Sensor kontrollieren die Techniker den Kohlendioxidgehalt der Atemluft im Inneren der Raumanzüge. Eine zu hohe Konzentration ist gefährlich. Die Verantwortlichen entschieden, dass die 45 Minuten, die die Astronauten noch zur Fertigstellung der Montage einer Antenne benötigt hätten, zu lange seien. Deswegen befahlen sie den Abbruch der ursprünglich auf sechseinhalb Stunden angelegten Mission. Höchstwahrscheinlich war noch alles im grünen Bereich, doch aus Mangel an Informationen entschieden sich die Nasa-Verantwortlichen für den Abbruch.
Am Donnerstag hatte die Shuttle-Crew das Alpha-Magnet-Spektrometer, einen großen Teilchendetektor, an der ISS verankert. Insgesamt sind während der Abschiedsreise der "Endeavour" für die Astronauten vier Ausflüge ins Weltall vorgesehen. Es sind die letzten, die jemals von einer Crew der wiederverwendbaren US-Raumfähren unternommen werden. Während des für Juli geplanten letzten Flug eines Space Shuttles überhaupt - der "Atlantis" - stehen keine Außeneinsätze auf dem Programm. Daher hat die "Endeavour"-Mannschaft ein straffes Programm zu bewältigen, um die ISS für einige Zeit auf Vordermann zu bringen. Außerdem muss geklärt werden, wie bedeutsam die Schäden am Hitzeschild der Fähre sind.
Am Samstag will übrigens ein illustrer Gesprächsgast Kontakt zu den Bewohnern der Raumstation aufnehmen. Papst Benedikt XVI. plant einen 20-minütigen Anruf auf der Raumstation. Aus seiner Bibliothek im Vatikan will er auf Englisch und Italienisch mit der Crew parlieren. Unter den zwölf Astronauten auf der ISS sind auch zwei Italiener, Roberto Vittori und Paolo Nespoli. Vittori war mit der "Endeavour" auf die Station gekommen und hatte eine Silbermedaille als Geschenk des Papstes mit.