Digitaler Atlas Der Mars geht ins Netz
Wissenschaftler haben die detaillierteste Gesamtkarte des Mars im Internet veröffentlicht. Der digitale Atlas beruht auf Aufnahmen der Nasa-Sonde "Mars Global Surveyor", die seit 1997 den Nachbarplaneten umkreist. Die einzelnen Ausschnitte der Online-Karte lassen sich per Mausklick bis auf eine Auflösung von etwa einem Kilometer pro Pixel vergrößern.
Erstellt hat den Atlas die Firma Malin Space Science Systems, die für die Bordkamera des Satelliten verantwortlich ist. Wie der Chefwissenschaftler Mike Malin gegenüber "BBC News Online" erklärte, nahm die "Mars Orbiter Camera" einen Großteil der nötigen Bilder bereits im Mai und Dezember 1999 auf. Im vergangenen Jahr folgten zusätzliche Beobachtungen der Polarregionen.
Um die Datenflut korrekt zusammenzusetzen, mussten die Experten eine Spezialsoftware entwickeln. Die finalen Berechnungen übernahm ein Hochleistungsrechner, der zwei Tage mit der Aufgabe beschäftigt war. Das nun vorgestellte Ergebnis ist das erste einer Reihe von kartografischen Produkten, die das Unternehmen in diesem Jahr veröffentlichen will.
Der Atlas, der Malin zufolge für mehrere Jahre unübertroffen bleiben dürfte, soll es Planetologen erleichtern, die Marsoberfläche systematisch nach Veränderungen abzusuchen. Seit der Satellitenerkundung durch "Mariner 9" und die "Viking"-Orbiter in den siebziger Jahren sollten etwa, so der Forscher, Sanddünen gewandert und neue Rinnen entstanden sein. Zudem könnte das Kartenwerk bei der Planung künftiger Landungsmissionen behilflich sein.