"Discovery" im All Shuttle wird auf Schäden geprüft
"Einen besseren Start gibt es nicht", sagte Nasa-Direktor Michael Griffin. Keine Probleme, planmäßiger Flugverlauf - das meldet auch das Kontrollzentrum im texanischen Houston. Dennoch nehmen die Ingenieure der US-Weltraumbehörde nun jedes noch so kleine Krümelchen Isoliermaterial unter die Lupe, das sich beim Start vom Außentank der "Discovery" gelöst hat.
Über 100 Videokameras hatten die kritischen ersten Minuten nach dem Abheben der Raumfähre mitgeschnitten. Auch diesmal lösten sich wieder kleine Teile aus der Schaumstoff-Isolierung des Außentanks. Dies allein ist noch nichts Ungewöhnliches, allerdings wird seit dem Absturz der Raumfähre "Columbia" im Februar 2003 peinlich genau auf mögliche Schäden durch solche Trümmer geachtet.
"Ich habe sehr gute Nachrichten", sagte Wayne Hale, der Direktor des Space-Shuttle-Programms. "Der Tank hat wirklich sehr, sehr gut funktioniert." Hale sagte, nur ein paar Teile kämen nach einer ersten Auswertung der Bilder für weitere Nachforschungen in Frage. Diese Stückchen seien alle klein und hätten sich erst gelöst, nachdem die aerodynamisch heikelste Flugphase überstanden gewesen sei.
Wenn lose Schaumstoffteile gegen die Unterseite des Raumgleiters schlagen, kann der Hitzeschild Schaden nehmen. Auch beim letzten "Discovery"-Einsatz im Sommer 2005 hatten kleine Trümmerteile die Keramikkacheln beschädigt. Eine aufwendige Reparatur im All war notwendig gewesen.
Noch im Laufe des Tages soll die Besatzung der "Discovery" deshalb während des Flugs den Shuttle auf Schäden überprüfen. Unter anderem werden die Astronauten den Roboterarm benutzen, um den Hitzeschild zu kontrollieren.
Später soll das Raumschiff dann eine Rolle rückwärts drehen, so dass von der Internationalen Raumstation (ISS) aus hochauflösende Bilder vom Hitzeschild an der Unterseite der "Discovery" geschossen werden können. "Wir sehen aber keinen Grund zur Sorge", sagte Hale.
Am späten Donnerstagnachmittag deutscher Zeit soll die "Discovery" an die ISS andocken. Der deutsche Astronaut Thomas Reiter soll dann nach Angaben der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa zunächst eine sichere Rückkehr zur Erde vorbereiten - auch eine vorzeitige. In die russische "Sojus"-Raumkapsel, die als Rettungsschiff an die ISS angedockt ist, wird Reiter eine maßgeschneiderte Sitzschale einbauen. Sie ist exakt seiner Körperform und -größe angepasst und soll ihn bei einer Landung mit der Kapsel in der Steppe Kasachstans schützen.
Reiters Langzeitmission an Bord der ISS soll mindestens ein halbes Jahr dauern.
stx/dpa/rtr