"Discovery" Schaden am Shuttle entdeckt
Houston - Ingenieure sollten morgen analysieren, ob das Material ein Sicherheitsrisiko darstelle, erklärte die Raumfahrtbehörde. In diesem Fall müsste ein Astronaut von einem Kran aus versuchen, die Streifen abzuschneiden oder wieder zu befestigen, sagte Flugdirektor Paul Hill.
Bei dem von der Unterseite des Shuttles herabhängenden Streifen handelt es sich um eine Fasermischung, die die Fugen zwischen den Hitzeschutzkacheln ausfüllt. Einer der beiden Streifen ist 2,5 Zentimeter, der andere 1,5 Zentimeter lang. Es besteht die Gefahr, dass sich das Material beim Wiedereintritt des Shuttles in die Erdatmosphäre entzünden könnte. Die Nasa betonte allerdings, dass sich auch schon bei früheren Missionen Teile des Füllmaterials gelöst hätten, ohne dass etwas passiert sei.
Gestern hatten zwei Crew-Mitglieder neue Reparaturtechniken im Weltraum getestet. Diese waren als Konsequenz aus der "Columbia"-Katastrophe im Februar 2003 entwickelt worden. In einem fast siebenstündigen Außeneinsatz führten der Amerikaner Stephen Robinson und der japanische Astronaut Soichi Noguchi simulierte Reparaturarbeiten an Mustern von Hitzeschutzkacheln aus. Dabei wurden Risse mit einer Füllmasse gestopft, die sich den Astronauten zufolge auch unter Weltraumbedingungen gut auftragen ließ.
Der nun entdeckte Schaden ist indes nicht so leicht zu beheben. Zur Reparatur des Problems müsste sich ein Astronaut auf einen langen Roboterarm stellen, um die kritische Stelle erreichen zu können. Diese Vorstellung mache viele Experten nervös, sagte Hill.
Shuttle verlängert Weltraumaufenthalt
Unterdessen soll die "Discovery" einen Tag länger im Weltall bleiben als geplant. Die Rückkehr der sieben Astronauten auf die Erde verschiebt sich damit auf den 8. August.
Mit der Verlängerung des Aufenthalts im Weltall werde den Astronauten zusätzlich Zeit gegeben, um mehr Ausrüstung an die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS zu übergeben, erklärte Nasa. Dies sei notwendig, weil der nächste Shuttle-Flug wahrscheinlich verschoben werde.