Ersatzkomet "Rosetta" hat ein neues Ziel
Im Januar war die Enttäuschung der Kometenforscher groß: Der ersehnte Start der Sonde "Rosetta", deren Landegerät erstmals auf einem Schweifstern aufsetzen sollte, musste verschoben werden - Ursache waren Probleme mit der Trägerrakete Ariane. Jetzt haben die Experten offenbar ein Ersatzziel für das Prestigeprojekt der Europäischen Weltraumagentur Esa ins Auge gefasst.
Wie die Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "New Scientist" berichtet, könnte die Sonde bereits im Februar 2004 zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko aufbrechen. Erreichen würde sie den rasenden Eisklumpen dann im Jahr 2014. Monatelange Berechnungen hätten ergeben, dass dieser 1969 entdeckte Komet als einziger mit einer Startverschiebung um maximal zweieinhalb Jahre erreicht werden könne.
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Als Ersatz für das ursprüngliche Zielobjekt Wirtanen - der Komet ist wegen der Verzögerung außer Reichweite der Sonde - hatte die Esa fünf andere Schweifsterne in Betracht gezogen. Doch anscheinend sind alle Kandidaten außer Tschurjumow-Gerassimenko ausgeschieden: "In der Zeit bis Mitte 2005 gibt es nichts anderes", sagte "Rosetta"-Projektwissenschaftler Gerhard Schwehm dem "New Scientist".
"Unsere Studien haben uns zuversichtlich gestimmt, dass wir Tschurjumow-Gerassimenko erreichen können", so Schwehm. Allerdings soll der Komet, über den bislang wenig bekannt ist, in den nächsten Wochen noch genauer untersucht werden. Wenn die Beobachtungen nicht gegen die Wahl von Tschurjumow-Gerassimenko sprechen, will die Esa das neue Ziel Ende Mai offiziell bekannt geben.
Ein Problem könnte jedoch das Ausmaß des Kometen darstellen: Er ist mit geschätzten fünf Kilometern Durchmesser deutlich größer als Wirtanen, der rund einen Kilometer misst. Weil die Landesonde beim Aufsetzen auf Tschurjumow-Gerassimenko einer stärkeren Anziehungskraft unterliegen würde, müsste die Software angepasst werden - für grundlegende Änderungen an der Sonde selbst bleibt wohl keine Zeit.
Immerhin gibt es, anders als bei Wirtanen, für die Reise zu Tschurjumow-Gerassimenko eine zweite Chance: Wenn die Esa den Termin Anfang 2004 nicht einhalten kann, öffnet sich im Jahr darauf ein weiteres Startfenster. Dann aber müsste die stärkere Version der Ariane 5 bereitstehen - der gescheiterte Jungfernflug dieser Rakete und die damit verbundene Überprüfung der herkömmlichen Ariane hatten den Start von "Rosetta" vereitelt.