Ertappte Trabanten Pluto hatte versteckte Begleiter
Im Jahr 1930 wurde der neunte Planet entdeckt, und damals hielt man ihn für einen Einzelgänger. Im Jahr 1978 wurde dann Charon entdeckt, der erste Mond, der den Pluto umkreist. Die beiden neu entdeckten Begleiter sind mehr als zweimal so weit vom Planeten entfernt wie Charon und sehr viel schwerer auszumachen.
Schon im Mai hat das "Hubble"-Teleskop die beiden Kandidaten erspäht, die Daten wurden aber erst jetzt ausgewertet. "Pluto und Charon sind nicht allein, sie haben zwei Nachbarn", sagte Hal Weaver vom Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory. Die Beobachtungen müssen zwar noch bestätigt werden, aber die Mitglieder des Forscherteams sind zuversichtlich.
Erst wenn Hubble die beiden neuen Trabanten im Februar erneut vor die Linse bekommt, wird die International Astronomical Union daran gehen, Namen für die Neuzugänge zu finden.
Anfang Oktober hatte eine andere Forschergruppe einen weiteren Himmelskörper in dieser Region des Sonnensystems entdeckt, der nach ihren Angaben ebenfalls von einem Mond umkreist wird. Noch ist umstritten, ob dieses Objekt als Planet bezeichnet werden kann oder nicht. Manche Forscher fordern wegen der immer wieder auftauchenden Unklarheiten sogar, den Begriff "Planet" ganz abzuschaffen und durch präzisere Unterbegriffe zu ersetzten.
Sowohl Pluto als auch der neue "Planet" befinden sich im Kuiper-Gürtel, einer scheibenförmigen Ansammlung von Eisklumpen jenseits des Neptun. Ein Fünftel aller Objekte, die dort kreisen, hat Schätzungen zufolge eigene Trabanten.
Weaver sagte, wenn die Pluto-Trabanten bestätigt würden, wäre der neunte Planet damit das erste Objekt im Kuiper-Gürtel, das mehrere Begleiter umkreisen. Den Durchmesser der beiden potentiellen Monde schätzen die Forscher auf 50 bis 160 Kilometer.
Zu der Debatte, ob Pluto selbst nun ein Planet ist, werden seine frisch gefundenen Trabanten keine neuen Argumente liefern - Monde sind kein Kriterium für Planetenhaftigkeit. Venus und Merkur beispielsweise haben keine.