ESA-Transporter Albert Einstein startet zur ISS - DER SPIEGEL
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ATV "Albert Einstein" Europäischer Raumtransporter auf dem Weg zur ISS

Der Start ist geglückt: Eine "Ariane-5"-Rakete hat den Raumfrachter "Albert Einstein" in den Orbit gebracht, nach zehntägiger Reise soll er an die Internationale Raumstation andocken. An Bord hat er Treibstoff, Sauerstoff, Wasser - aber auch Käse und Socken.
ATV "Albert Einstein": Europäischer Raumtransporter auf dem Weg zur ISS
ATV "Albert Einstein": Europäischer Raumtransporter auf dem Weg zur ISS

ATV "Albert Einstein": Europäischer Raumtransporter auf dem Weg zur ISS

Foto: Handout/ Getty Images
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Kourou - Der in Deutschland gebaute Raumtransporter "Albert Einstein" ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Das unbemannte Versorgungsschiff startete in der Nacht zum Donnerstag an Bord einer "Ariane-5"-Rakete ins All. Eine Stunde später trennte sich der Frachter planmäßig von der Trägerrakete und entfaltete seine Sonnensegel.

Der Transporter soll am 15. Juni in rund 400 Kilometern Höhe über der Erde an die ISS andocken. Das Manöver erfolgt vollautomatisch, die ISS kreist mit einer Geschwindigkeit von rund 28.000 km/h um die Erde.

Die sechs Astronauten dürfen sich dann auf frische Lebensmittel und Kleidung freuen. Zur Ladung gehören nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation Esa unter anderem Erdbeeren, Tiramisu, Parmesankäse sowie neue Schlafanzüge und Socken.

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Europäischer Raumtransporter: "Albert Einstein" ist unterwegs

Foto: Handout/ Getty Images

"Sie wissen, für junge Italiener ist es sehr wichtig, schöne Klamotten zu haben", scherzte Esa-Chef Jean-Jacques Dordain in Anspielung auf den 36-jährigen Luca Parmitano. Der europäische Astronaut war erst vor wenigen Tagen an Bord einer "Sojus"-Kapsel auf der ISS angekommen.

Der Raumfrachter transportiert außerdem Treibstoff, Trinkwasser, Sauerstoff, Ersatzteile und Material für wissenschaftliche Experimente.

Die im südamerikanischen Kourou (Französisch-Guayana) gestartete "Ariane-5"-Rakete stellte mit dem Flug einen neuen Rekord auf. Mit einem Gesamtgewicht von mehr als 20 Tonnen brachte sie so viel Nutzlast in den Orbit wie nie zuvor. Der Transporter vom Typ ATV (Automated Transfer Vehicle) ist das größte Raumfahrzeug, das je in Europa entwickelt worden ist. Er wurde wie die Ariane von der EADS-Tochter Astrium gebaut, die einen ihrer größten Standorte in Bremen hat.

Nachfolger wird schon in Bremen getestet

Zum wissenschaftlichen Teil der Ladung gehört eine neue Experimentieranlage für das Flüssigkeitslabor (FSL) der ISS, entwickelt wurde sie in Friedrichshafen am Bodensee. Die Anlage soll helfen, das Verhalten von Emulsionen unter bestimmten Bedingungen der Schwerelosigkeit zu erforschen. Emulsionen spielen in vielen Bereichen eine große Rolle, so zum Beispiel in der Lebensmittelproduktion, der Pharmabranche oder der Ölindustrie.

Die rund 450 Millionen Euro teure ATV-Mission soll insgesamt knapp fünf Monate dauern. Während des Aufenthalts wird das ATV den Astronauten als zusätzlicher Aufenthaltsort dienen und die ISS mit seinem Antrieb voraussichtlich mehrmals anheben. Die ISS verliert ständig leicht an Höhe und würde ohne solche Manöver irgendwann abstürzen.

Ende Oktober soll "Albert Einstein" dann mit Müll von der ISS ablegen und kontrolliert zum Absturz gebracht werden. Dabei verglüht der Transporter über dem Südpazifik in der Erdatmosphäre. Das Nachfolgemodell ATV-5 "Georges Lemaître" wird derzeit in Bremen erstmals als Einheit auf Flugtauglichkeit und Funktionalität getestet.

Die europäischen ATV-Transporter sind seit dem Ende des US-Shuttleprogramms vor zwei Jahren die größten Raumfrachter für die Lieferung von Material zur ISS. Die Esa hat einen Vertrag über fünf ATV-Missionen für Frachttransporte zu der Raumstation. Der fünfte und letzte Flug ist für kommendes Jahr geplant.

wbr/dpa/AFP