Fehlstart Japaner mussten Rakete sprengen
Die Trägerrakete vom Typ H-2A wurde vom Weltraumzentrum auf der Insel Tanegashima auf Anordnung des Kontrollzentrums zerstört, wie die japanische Weltraumbehörde mitteilte. Der Vorfall werde untersucht. Einzelheiten wurden nicht genannt.
Nach einem Bericht des japanischen Rundfunksenders NHK konnte möglicherweise eine der Antriebsraketen nicht wie geplant abgetrennt werden. Die beiden Satelliten an Bord sollten mit zwei Spionagesatelliten kombiniert werden, die Japan im März in eine Erumlaufbahn geschickt hatte.
Tokio hatte die Installation von Spionagesatelliten beschlossen, nachdem Nordkorea 1998 eine ballistische Rakete über Japan hinweg geschossen hatte. Pjöngjang behauptet, es habe sich um einen misslungenen Satellitenstart gehandelt.
Der ursprünglich für September geplante Start der H-2A-Rakete war bereits drei Mal wegen technischer Probleme verschoben worden. "Das ist ein echter Schock", sagte ein Behördenvertreter. Ministerpräsident Junichiro Koizumi nannte den Fehlschlag bedauerlich. Er verlangte, den Grund für das Scheitern möglichst rasch zu klären. Zu den Kosten äußerten sich die Behörden nicht.
Der Fehlstart bedeutet einen weiteren Rückschlag für das japanische Weltraumprogramm. Es war bereits das dritte Mal in den vergangenen fünf Jahren, dass ein bedeutender Raketenstart des Landes gescheitert war. Im November 1999 musste das Kontrollzentrum am Boden eine Rakete vom Typ H-2, dem Vorgängermodel der H-2A, wenige Minuten nach dem Start zerstören. Ein umgerechnet 76,4 Millionen Euro teurer Satellit wurde dabei ebenfalls zerstört und das H-2-Programm einen Monat später abgebrochen. 1998 hatte ein ebenfalls ein missglückter Start umgerechnet Kosten in Höhe von rund 457 Millionen Euro verursacht.