Ferner Asteroidengürtel Kosmische Schutthalde verspricht seltene Einblicke
"Asteroiden sind die übriggebliebenen Bausteine von felsigen Planeten wie der Erde", sagt Charles Beichman vom California Institute of Technology in Pasadena. "Wir können andere erdähnliche Planeten nicht direkt sehen, aber jetzt können wir ihre staubigen Überreste untersuchen", so der Astrophysiker.
Asteroidengürtel sind die Schutthalden von Planetensystemen. Sie bestehen aus dem felsigen Schrott gescheiterter Planeten, die gelegentlich aufeinanderprallen und sich dabei in Staubwolken auflösen. In unserem Sonnensystemen sind schon Planeten mit der Erde kollidiert, aber auch mit dem Mond und mit anderen Planeten.
Das Zentralgestirn ähnelt unserer Sonne
Wenn sich bestätigt, was die Wissenschaflter annehmen, wäre der jetzt entdeckte Asteroidengürtel der erste bekannte, der einen sonnenähnlichen Stern umgibt. Sein Zentralgestirn, das den Namen HD 69830 trägt, liegt 41 Lichtjahre von der Erde entfernt. Ein Lichtjahr entspricht knapp zehn Billionen Kilometern. Es gibt zwei weitere bekannte Asteroidengürtel, aber die umgeben weit jüngere und größere Sterne.
Der jetzt entdeckte Gürtel ähnelt unserem eigenen also bislang am stärksten, er ist aber kein perfekter Zwilling. 25 mal so viel Material wie der Asteroidengürtel des Sonnensystems enthält er - wäre sein hiesiges Äquivalent so dicht, wäre er nachts als leuchtendes Band am Himmel zu sehen. Außerdem steht der jetzt beobachtete Gürtel seinem Zentralgestirn sehr viel näher: Der des Sonnensystems liegt zwischen Mars und Jupiter, der neu entdeckte dagegen hat einen Orbit, der in etwa dem der Venus entspricht.
Gewissermaßen der Schäferhund unseres Asteroidengürtels ist der Jupiter, er sorgt dafür, dass die einzelnen Felsbrocken in Bändern geordnet durchs All treiben. Eine ähnliche Funktion müsste nach den Vorstellungen der Forscher in dem jetzt beobachteten System ein Planet etwa von der Größe des Saturn innehaben. Ein großer Erfolg wäre es, wenn dieser theoretisch angenommene Planet im Orbit um HD 69830 auch tatsächlich beobachtet werden könnte. Eine Nasa-Mission namens SIM Planetquest, die im Jahr 2011 starten soll, könnte eine solche Beobachtung ermöglichen.
"Die Kollisionen sind größer und zahlreicher"
Das Spitzer-Teleskop konnte den Asteroidengürtel nur deshalb entdecken, weil es in ihm ständig Frontalzusammenstöße gibt. "Weil dieser Gürtel mehr Asteroiden hat als unserer, sind die Kollisionen größer und zahlreicher", erklärt George Rieke von der University of Arizona. "Das Sonnensystem unserer Tage ist ein ruhigerer Ort, Einschläge wie der, der die Dinosaurier ausrottete, passieren nur etwa alle 100 Millionen Jahre", erläutert Rieke.
Eine andere Erklärung für die kosmische Staubwolke ist allerdings noch im Rennen. Sie könnte auch der Schweif eines gigantischen Kometen sein, ein Brocken fast so groß wie Pluto. Diese Hypothese speist sich aus der Tatsache, dass in dem Sternenstaub kleine Silikatkristalle enthalten sind. Sie ähneln Kristallen, die man im Kometen Hale-Bopp gefunden hat.
Die "Superkometen-Theorie" sei dennoch eher unwahrscheinlich, sagt Beichman, "aber wir werden bald genaueres wissen". Die bislang gewonnenen Erkenntnisse kann man demnächst im "Astrophysical Journal" nachlesen.