Feuerberge Mars-Vulkane könnten noch aktiv sein
Der Olympus Mons ist der größtee Vulkan des Mars: Ein 25 Kilometer hoher Koloss, gegen den sich der Mount Everest wie ein kümmerlicher Hügel ausnimmt. Olympus Mons besitzt das zehnfache Volumen des größten Vulkans der Erde, des zu Hawaii gehörenden Mauna Loa im Pazifik. Seit den siebziger Jahren gehen Planetenforscher davon aus, dass der im Vergleich zur Erde nur halb so große Mars nach seiner Entstehung schnell abgekühlt und erstarrt sei. Die großen Vulkane der Tharsis-Region, die wie eine Beule aus dem Planeten herausragt, seien in der Jugend des Mars entstanden, hieß es.
Doch Aufnahmen der Raumsonde "Mars Global Surveyor" zeigen, dass einige erstarrte Lavaströme an den Flanken des Olympus Mons geologisch noch jung sind, berichtete der Forscher Karl Mitchell auf einer Konferenz der Royal Astronomical Society in London. In einigen der bis zu 200 Kilometer langen, aber nur wenige Meter breiten Lavaströme sind praktisch keine Krater zu sehen. Wären sie mehrere hundert Millionen Jahre alt, müssten sie von kleineren Meteoritenkratern übersäht sein wie der Rest des Planeten. Mitchell schließt daher auf ein Alter von weniger als zehn Millionen Jahren, wie das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" berichtet.
Wahrscheinlich schlafen die Marsvulkane aber zwischen ihren aktiven Perioden für viele Millionen Jahre, vermutet der Planetenforscher Lionel Wilson. Seiner Meinung nach muss die Lava extrem schnell in die Magmakammern unter den Vulkanen schießen. Sonst würde das geschmolzene Gestein bei dem riesigen Ausmaß der Feuerberge erstarren, bevor es an die Oberfläche kommen kann. Wilson nimmt an, dass die Vulkane nur etwa alle hundert Millionen Jahren aktiv werden und dann eine Million Jahre lang Feuer spucken.