Gestrandeter Satellit: Ionenantrieb soll "Artemis" retten - DER SPIEGEL
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Gestrandeter Satellit Ionenantrieb soll "Artemis" retten

Nach einer peinlichen Panne verirrte sich der europäische Satellit "Artemis" im letzten Jahr auf eine zu niedrige Umlaufbahn. Nun soll ein in Deutschland entwickelter Ionenantrieb das teure Stück anheben.
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Die 142. Ariane-Mission lief im vergangenen Juli gründlich schief: Die Rakete setzte ihre kostbare Fracht auf einer viel zu niedrigen Umlaufbahn ab. "Artemis", der modernste Telekommunikationssatellit der Europäischen Weltraumbehörde Esa, landete statt auf 36.000 Kilometer Höhe nur auf einer Umlaufbahn rund 17.500 Kilometer über der Erdoberfläche.

Nun soll ein in Deutschland entwickelter Antrieb helfen, einen Totalausfall des 821 Millionen Euro teuren Raumgefährts zu verhindern: Als erster Esa-Satellit ist "Artemis" mit Ionentriebwerken ausgerüstet. "Mit den beiden Triebwerken in der Größe eines Schuhkartons wird 'Artemis' allmählich auf die richtige Flugbahn angehoben", erklärt der Gießener Physiker Host Löb, der den Antrieb mit entworfen hatte.

Mit seinen herkömmlichen chemischen Triebwerken ist der Satellit, so Löb, bereits auf eine Höhe von 31.000 Kilometern gebracht worden. Um Treibstoff zu sparen, soll nun der effizientere Ionenantrieb einspringen. Weil der Satellit mit dieser Technik nur um 25 Kilometer pro Tag angehoben werden kann, wird das Manöver dem Physiker zufolge etwa 200 Tage dauern.

Beim Ionenantrieb werden Atome zum Beispiel des Edelgases Xenon ionisiert und durch elektrische Felder beschleunigt. Wenn "Artemis" dank des auf diese Weise erzeugten Rückstoßes im Sommer seine vorgesehene Umlaufbahn erreicht, soll der Hightech-Satellit erstmals die Datenübertragung per Laser - statt wie bisher mit Radiowellen - testen.