GPS-Alternative China startet eigenes Satellitennavigationssystem
Weltraumbahnhof in Jiuquan (Archivbild): Chinas GPS-Alternative geht in Betrieb
Foto: STR/ AFPPeking - Das chinesische Pendant zum US-amerikanischen Global Positioning System (GPS) hat in China und in umliegenden Gebieten seinen Dienst aufgenommen. Das Beidou-Satellitennavigationssystem biete Dienste wie Positionsbestimmung, Navigation und Zeitbestimmung an, sagte der Direktor der zuständigen Behörde, Ran Chengqi, am Dienstag.
Wer die Nutzer des Systems sein sollen, führte Ran nicht aus. Allerdings sagte er, das System werde chinesischen und ausländischen Unternehmen für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stehen.
Beidou (übersetzt: Kompass) soll bis Ende 2012 in weiten Teilen Asiens und des Pazifiks funktionieren und bis 2020 weltweit. Besonders die chinesischen Streitkräfte waren mit der Abhängigkeit vom amerikanischen GPS unzufrieden. Sie befürchten, die US-Militärs könnten das System im Fall eines Konflikts oder einer Notsituation deaktivieren.
Alternativen zu GPS entwickeln auch andere Nationen: Die europäischen Länder setzen auf das Galileo-System, das 2014 die Arbeit aufnehmen soll. Russland baut ein Satellitennetz namens Glonass auf. Allerdings erlebte die russische Raumfahrtagentur Roskosmos dabei herbe Rückschläge - unter anderem als im Dezember 2010 eine Rakete mit drei Glonass-Satelliten an Bord abstürzte.
Chinesen und Europäer stehen mit ihren GPS-Pendants vor einem fundamentalen Problem: Sie nutzen zum Teil dieselben Funkfrequenzen für ihre Navigationssatelliten, was zu unerwünschten Störungen führen könnte. Bisher ist dieser Streitfall nicht gelöst.