Ison: Kometen nähert sich der Sonne - DER SPIEGEL
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Vorbeiflug an der Sonne Forscher rätseln über Schicksal des Kometen "Ison"

Ist "Ison" in der Gluthitze verdampft? Der Komet hat bei seinem Vorbeiflug den kürzesten Abstand zur Sonne erreicht. Unklar ist, ob der Schweifstern noch existiert.
"Ison" auf dem Weg zur Sonne: Geschmolzen in der Gluthitze?
"Ison" auf dem Weg zur Sonne: Geschmolzen in der Gluthitze?

"Ison" auf dem Weg zur Sonne: Geschmolzen in der Gluthitze?

Foto: AP/ NASA
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Katlenburg-Lindau - Das Schicksal des Kometen "Ison" ist ungewiss. "Wir wissen nicht, ob der Kern des Schweifsterns noch existiert", sagte Birgit Krummheuer, Sprecherin des Max-Planck-Institutes für Sonnensystemforschung, am Donnerstagabend. "Ison" sollte gegen 20 Uhr an der Sonne vorbeifliegen. "Ob er dies tatsächlich getan hat, ist derzeit noch unklar", sagte Krummheuer.

Ein von Max-Planck-Forschern gebautes Instrument auf der Raumsonde "Soho" habe zwar Signale von "Ison" registriert. Zudem zeigten Bilder, die von einem anderen Instrument aufgenommen wurden, einen Kometenschweif. "Ob sich unter diesem Schweif aber noch der Kometenkern befindet, ist ungewiss", sagte Krummheuer.

Der Schweifstern könnte der Sonne am Donnerstagabend "zu nahe gekommen sein", teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa im Kurznachrichtendienst Twitter mit. In einer Videochat-Konferenz der Behörde zweifelten Wissenschaftler daran, dass "Ison" wie ursprünglich erhofft im Dezember als prächtige Kometenerscheinung am Himmel zu sehen sein wird.

Viele Astronomen hatten damit gerechnet, dass der aus der eisigen Tiefe des Weltraums heranfliegende Komet die extreme Nähe zur Sonne nicht überstehen würde. Spekulationen über ein mögliches Ende des Kometen hatten am Donnerstagnachmittag neue Nahrung erhalten: "Soho"-Bilder hatten Anhaltspunkte dafür geliefert, dass die Helligkeit des womöglich verdampfenden "Ison" kurz vor seiner dichtesten Annäherung an die Sonne deutlich abgenommen hatte.

Wie andere Kometen besteht "Ison" größtenteils aus gefrorenem Wasser und tiefgekühlten Gasen. Kometen gelten als Überbleibsel aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Wenn diese Brocken sich auf ihrer Reise durchs All der Sonne nähern, bilden sie oft Gas- und Staubschweife aus, die stets von der Sonne wegweisen.

mia/suc/dpa/AFP