Jupiter-Video: Sonde filmt seltsamen Strudel - DER SPIEGEL
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Jupiter-Video Sonde filmt seltsamen Strudel

Auf Bewegtbildern der Jupiter-Atmosphäre haben Astronomen einen dunklen Wirbel entdeckt. Die von der Raumsonde "Cassini" aufgezeichnete Erscheinung ist entfernt mit dem irdischen Ozonloch verwandt.
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Das eigentliche Ziel von "Cassini" ist zwar der Saturn, doch schon der Abstecher zum Jupiter hat sich für die Planetologen mehr als gelohnt. Gerade erst haben Forscher eine Flut von Daten publiziert, die von der Raumsonde und dem Jupiter-Beobachter "Galileo" in Teamwork gesammelt wurden. Nun hat das Betreuerteam von "Cassini" noch einmal nachgelegt - und beeindruckende Bewegtbilder des Gasplaneten veröffentlicht.

Bei der Annäherung an den Jupiter hatte die Raumsonde von Oktober bis Dezember 2000 auch Ultraviolettaufnahmen der turbulenten Planetenatmosphäre gemacht, die Wissenschaftler nun zu einem Elf-Wochen-Video zusammengesetzt haben. Der Film, der erstmals die Bewegungen der Gashülle in diesem Wellenbereich dokumentiert, bot den Forschern gleich eine Überraschung: Auf ihm ist die Entstehung eines dunklen Wirbels zu sehen, der Ähnlichkeiten mit dem Ozonloch in der Erdatmosphäre aufweist.

Der seltsame Strudel bildete sich in der Nähe des Jupiter-Nordpols, und zwar in der Region, in der gewöhnlich das Polarlicht des Gasplaneten scheint. Im Video, das die nördliche Hemisphäre in Aufsicht zeigt, ist dieser Bereich durch ein blaues Oval gekennzeichnet. Nach zwei Wochen hatte das rotierende dunkle Mal die Ausmaße des seit etwa 300 Jahren bekannten Großen Roten Flecks auf der Südhalbkugel des Jupiters erreicht. Ganz so beständig war der Polarwirbel jedoch nicht: Er wanderte schließlich aus der Nordlichtzone heraus und verflachte zusehends.

Im sichtbaren oder infraroten Wellenbereich hätten die Forscher die Erscheinung kaum beobachten können: Der Wirbel besteht aus Kohlenwasserstoffen in der Stratosphäre, die sich erst im ultravioletten Bereich als dunkler Schleier abzeichnen. Begünstigt wird ihre Entstehung vermutlich durch das energiereiche Nordlicht des Jupiters, das die Stratosphäre erhitzt. Dort können sich dann durch den Zerfall von Methan komplexere Verbindungen bilden.

Wie das irdische Ozonloch scheint sich auch die Störung in der Jupiterhülle auf ein eng umrissenes Gebiet in den oberen Atmosphärenschichten der Polarregion zu beschränken. Die Wissenschaftler hoffen daher, durch den Vergleich der beiden Phänomene mehr über die verantwortlichen Prozesse sowohl auf dem Jupiter als auch auf der Erde zu lernen.

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