Kameratest: "Mars Express" schickt erste Zielfotos - DER SPIEGEL
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Kameratest "Mars Express" schickt erste Zielfotos

"Mars Express" hat erste Bilder vom Roten Planeten zur Erde gefunkt. Die europäische Raumsonde soll am ersten Weihnachtstag ihr Ziel erreichen und die Landefähre "Beagle 2" zur Oberfläche des Planeten schicken, um dort nach Spuren von Leben zu suchen.
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Die Fotos, die "Mars Express" aus einer Entfernung von 5,5 Millionen Kilometern aufnahm, beweisen nach Angaben der Esa die volle Funktionsfähigkeit der hoch auflösenden Kamera an Bord der Raumsonde. Das elektronische Auge soll auf dem Mars Objekte von einer Mindestgröße von zwei Metern erkennen können. Der Kameratest gehörte zu einer Serie von Versuchen, die zur Vorbereitung der entscheidenden Manöver für den Anflug auf den Mars dienen.

"Mars Express" soll am 1. Weihnachtsfeiertag nach seiner 400 Millionen Kilometer weiten Reise in eine Umlaufbahn einschwenken. Zeitgleich soll das zur Sonde gehörende Landegerät "Beagle 2" auf der Oberfläche des Mars aufsetzen und mit der Suche nach Spuren von Wasser und Leben beginnen. Dazu soll "Beagle 2" mit Hilfe eines Bohrers auch den Untergrund erforschen.

Alle Bordsysteme von "Mars Express" arbeiten derzeit normal, sagte Projektmanager Rudolf Schmidt am Mittwoch im Raumfahrtkontrollzentrum der Esa in Darmstadt. Seit dem Start der Sonde am 2. Juni seien allerdings auch technische Probleme aufgetreten. So hätten die schweren Sonnenstürme im Sommer und Herbst vorübergehend zu einem Ausfall der sich an Sternenbildern orientierenden Navigationsinstrumente geführt. Zudem liege die Stromversorgung wegen eines schadhaften Kabels derzeit nur bei etwa 70 Prozent der normalen Leistung. Beide Probleme gefährdeten aber nicht den Erfolg der Mission oder der wissenschaftlichen Experimente.

Wie der für die Landeeinheit zuständige Esa-Wissenschaftler Colin McCarthy erklärte, wird "Beagle 2" am 19. Dezember von "Mars Express" abgesprengt. Wenn alles nach Plan funktioniert, bremsen zwei Fallschirme den Sturz in die Atmosphäre des Planeten ab. Ein System mehrerer Airbags soll den Aufprall auf der Oberfläche abfedern.

Die Landung des ersten Raumfahrzeugs der Esa auf einem fremden Planeten werde ein "großer Tag für Europa und ein großer Tag für die Menschheit", erklärte Michael McKay, Chef des Darmstädter Kontrollzentrums. Während die Landeeinheit den Mars am Boden erforscht, wird das Mutterschiff für mindestens zwei Jahre um den Roten Planeten kreisen und nach Spuren von Leben suchen. Dazu stehen der Sonde hoch auflösende Kameras, Radargeräte und Massenspektrometer zur Verfügung. Die Esa beziffert die Gesamtkosten der Mission auf rund 300 Millionen Euro.

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