Kettenexplosion Feuerwerk der Sterngeburten
"Wenn wir ein paar Millionen Jahre in Sekunden pressten, sähe diese Galaxie tatsächlich wie ein riesiger Funkenregen aus", sagte Rachel Johnson, Sprecherin des internationalen Forschungsverbundes Gemini.
Für die Lichtshow in der Galaxie, die etwa halb so viele Sterne enthält wie unsere Milchstraße, ist ein ständiges Nebeneinander von Sterngeburten und Sternexplosionen, sogenannten Supernovae, verantwortlich. Und es sind die Sternenkinderstuben, die NGC 6946 schillernde Farben verleihen. Im Verlauf einer Sternengeburt nehmen Wasserstoffatomkerne Elektronen auf und strahlen dabei ein tiefrotes Licht ab. Aber auch eine Supernova sorgt für ein gewaltiges Leuchten im Universum.
Aus bisher unbekannten Gründen weist die 10 bis 20 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie eine enorm hohe Rate von Sternentstehungen auf. Doch die Geburten sind nur möglich, weil zur selben Zeit in der Region ungewöhnlich viele Sterne in einer Supernova untergehen. Es scheint sich ein brisantes Gleichgewicht eingestellt zu haben.
Allein im vergangenen Jahrhundert wurden acht Supernovae in den Spiralarmen von NGC 6946 beobachtet. In der Milchstraße gab es im vergangenen Jahrtausend gerade vier solcher Ereignisse. "In dieser Galaxie explodieren die Sterne wie Popcorn", erklärte Rachel Johnson.
Obwohl NGC 6946 schon 1798 von William Herschel entdeckt wurde, zieht das Gebilde noch immer die Neugierde der Forscher an. Besonders die Entwicklung massiver Sterne wird dort studiert.