Kometenmission "Rosetta" erfolgreich gestartet
Im dritten Anlauf ist die europäische Kometenmission "Rosetta" am Dienstag erfolgreich vom Weltraumzentrum Kourou in Französisch-Guayana gestartet. Die Trägerrakete vom Typ Ariane-5 hob am Morgen um 08.17 Uhr Mitteleuropäischer Zeit mit der drei Tonnen schweren Sonde an Bord ab.
Der erfolgreiche Start wurde im Esa-Kontrollzentrum in Darmstadt mit Erleichterung aufgenommen: "Der erste Schritt ist gemacht", sagte Flugdirektor Manfred Warhaut: "Das ist ein sehr, sehr gutes Gefühl."
Der Start in Kourou erfolgte bei guten Witterungsbedingungen. Der Himmel war leicht bewölkt. Knapp zweieinhalb Minuten nach dem Abheben wurden die beiden seitlichen Feststoffraketen abgetrennt und fielen in den Atlantik. Acht Minuten später trennte sich die Oberstufe von der Hauptstufe der Ariane-5. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Rakete bereits eine Höhe von mehr als 100 Kilometern erreicht.
Knapp zwei Stunden nach dem Start sollte die Oberstufe gezündet werden, um der Raumsonde zusätzlichen Schub für ihre zehnjährige Reise zu geben. Im Laufe des Dienstags sollte die Sonde dann ihre Solarzellen entfalten, um die Stromversorgung sicherzustellen.
"Rosetta" soll nach einem fünf Milliarden Kilometer langen Raumflug im Jahr 2014 den Kometen "Tschurjumow-Gerasimenko" erreichen und in eine Umlaufbahn einschwenken. Mit Hilfe des Landeroboters "Philae", der sich an Bord der "Rosetta"-Sonde befindet, will die ESA erstmals in der Geschichte der Raumfahrt eine Landung auf einem Kometen versuchen.
Starke Höhenwinde hatten am vergangenen Donnerstag den ersten Startversuch der Kometensonde verhindert. Ein zweiter Anlauf musste am Freitag wegen eines Schadens an der Wärmeisolierung der Ariane-5 abgebrochen werden. Ziel der fast eine Milliarde Euro teuren Rosetta-Mission ist es, die letzten Rätsel über Kometen zu lösen.
Kometen werden von den Wissenschaftlern als Überbleibsel aus der Frühphase des Sonnensystems angesehen, die sich seither kaum verändert haben. Von der Untersuchung erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems vor rund 4,5 Milliarden Jahren.
Der Komet "Tschurjumow-Gerasimenko", zu dem die Sonde "Rosetta" unterwegs ist, wurde erst 1969 entdeckt, als der russische Astronom Klim Tschurjumow Fotos des Kometen "Comas Sola" untersuchte. "Tschurjumow-Gerasimenko" besteht im wesentlichen aus kosmischem Staub und Eis besteht und hat in etwa die Form eines Rugbyballs. Der Schweifstern hat einen Durchmesser zwischen drei und fünf Kilometern.
Zur Vorbereitung der Rosetta-Mission wurde "Tschurjumow-Gerasimenko" mit Hilfe des Hubble-Teleskops in den vergangenen Jahren intensiv untersucht. Die Beobachtung des Kometen hat ergeben, dass er sich in zwölf Stunden einmal um sich selbst dreht.
Für einen Umlauf um die Sonne benötigt "Tschurjumow-Gerasimenko" etwa 6,6 Erdjahre. Dabei wechselt der Abstand zur Sonne auf der extrem elliptischen Bahn des Kometen zwischen 194 und 858 Millionen Kilometern.