Kontaktversuch "Pioneer 10", bitte melden!
Rund zwölf Milliarden Kilometer ist "Pioneer 10" bereits geflogen - eigentlich eine Strecke, nach der auch die robusteste Raumsonde einmal abschalten könnte. Doch das betagte Gefährt ist wieder gefordert: Auf den Tag genau 30 Jahre nach dem Start will die US-Raumfahrtbehörde Nasa ein Kommando ins All schicken, um den schwachen Acht-Watt-Bordsender zu aktivieren.
"Wir hoffen, dass wir den erfolgreichen Kontakt aus dem vergangenen Jahr wiederholen können", sagt David Lozier vom Ames Research Center der Nasa. Nach langer Funkstille hatte die US-Raumfahrtbehörde am 27. April 2001 ein Signal abgesandt. Ganze 22 Stunden später empfing ein Radioteleskop in Madrid, das zum "Deep Space Network" gehört, eine Antwort von "Pioneer 10".
Der neue Versuch der Kontaktaufnahme ist, so die Nasa, Teil einer Studie über Kommunikationstechnologie. Und noch aus einem anderen Grund ist der Funkverkehr interessant: Die Sonde verlangsamt sich, wie Forscher feststellen mussten, schneller als sie eigentlich sollte. Gerade erst konnte ein Team nahe liegende Ursachen für das Phänomen ausschließen - die Fachwelt steht vor einem Rätsel.
Nach ihrem Start am 2. März 1972 hatte die Sonde als erstes Raumgefährt den Asteroidengürtel durchquert, Bilder vom Jupiter zur Erde gefunkt und schließlich 1983 das Sonnensystem verlassen. Seither rast "Pioneer 10" mit rund 44.000 Stundenkilometern auf das Sternbild Stier zu. Den nächsten Stern wird der Weltraum-Veteran, der für etwaige Begegnungen mit Außerirdischen eine Informationstafel mit sich führt, jedoch erst in etwa zwei Millionen Jahren erreichen - vorausgesetzt, er wird nicht noch stärker abgebremst.