"Langer Marsch 9" China entwickelt Rakete für bemannte Mondmission
Leuchtendes Ziel: China will Taikonauten zum Mond schicken
Foto: Ole Spata/ dpaHamburg - China treibt seine Raumfahrtambitionen voran und entwickelt eine eigene Rakete für eine bemannte Mondmission. "Langer Marsch 9" solle voraussichtlich 2028 zu ihrem Jungfernflug abheben, berichtete die Zeitung "China Daily" am Montag. Sie solle bis zu 130 Tonnen Last tragen können - ähnlich viel wie das Space Launch System (SLS ) der US-Raumfahrtbehörde Nasa, das 2018 einen ersten Testflug unternehmen soll.
Am Freitag hatte die Nasa ihr neues Raumschiff "Orion" erstmals ins All geschossen. Der viereinhalbstündige Flug verlief wie geplant. Auch das mit großer Spannung erwartete hitzige Eintauchen in die Atmosphäre gelang samt anschließender Landung im Pazifik. Für den Start nutzte die Nasa eine Schwerlastrakete vom Typ Delta IV.
Peking verfolgt seit Jahren ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm. Im Oktober wurde ein Versuchsraumschiff zu einem Rundflug um den Mond gestartet. Bis 2020 ist der Aufbau einer dauerhaften chinesischen Weltraumstation geplant.
Für die Staatsführung ist das Raumfahrtprogramm ein Symbol für das wachsende internationale Gewicht des Landes und für die wissenschaftliche und technische Aufholjagd gegenüber dem Westen und Russland. Ehrgeizigstes Ziel ist die Entsendung eines Taikonauten, wie Astronauten in China genannt werden, zum Mond. Ein Zieldatum dafür gibt es noch nicht.
Space Launch System (SLS): Die neue Superrakete der Nasa
Die Nasa will ebenfalls Astronauten zum Mond schicken. Dies ist aber nur der erste Schritt zu noch ehrgeizigeren Zielen wie dem Einfangen eines Asteroiden oder einer bemannten Mars-Mission. Ein erster bemannter Flug in einer "Orion"-Kapsel ist nicht vor 2021 geplant. Mitte der 2030er-Jahre könnte dann der Rote Planet anvisiert werden.