Mars-Bilder Eis am Pol
Pasadena - "Wir sehen nicht nur oberflächlichen Raureif, da ist wirklich eine Menge Eis", erklärte William Boynton vom Mond-und Planeten-Laboratorium der Universität von Arizona bei einer Pressekonferenz am Freitag in Pasadena.
Die Sonde hatte in der vergangenen Woche damit begonnen, mit Hilfe eines Gammastrahlen-Spektrometers die Oberfläche des Planeten zu untersuchen. Dabei wurden in der Nähe des Südpols große Mengen Wasserstoffs entdeckt, die nach Angaben der Wissenschaftler sehr wahrscheinlich auf gefrorenes Wasser zurückgehen. "Wenn ein Astronaut auf der Mars-Oberfläche herumliefe, könnte er in den Boden treten und Eiskristalle sehen", sagte Boynton. "Man könnte das Eis schmelzen und Wasser gewinnen." Das Eis deute auf Wasser hin, und das Wasser lasse Leben auf dem Mars vermuten.
Das Eis wurde mit Hilfe des Gammastrahlen-Spektrometers nachgewiesen. Der Südpol erscheint auf den Aufnahmen in leuchtendem Blau. Erste Auswertungen lassen darauf schließen, dass sich Wasserstoff nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche des Mars befindet.
Die Sonde soll bei ihren Mars-Umrundungen vor allem nach Spuren von Wasser suchen und der Vorbereitung künftiger Missionen dienen. So soll sie zum Beispiel geeignete Landeplätze für zwei Roboter finden helfen, deren Start zum Roten Planeten für das Jahr 2003 geplant ist.
Zuvor hatten bereits die Nasa-Sonden "Viking Orbiter" und "Global Surveyor" Hinweise dafür geliefert, dass auf dem Mars Eis gefunden werden könnte. Die Ergebnisse der "Odyssey" , könnten der erste Beweis dafür sein, dass noch immer Eis auf dem Mars ist. Nun müsse herausgefunden werden, was mit dem Wasser geschehen sei, sagte Boynton. "Der Mars ist eine sehr, sehr reiche Umwelt. Er ist nicht der tote Planet, als der er uns in unserem Schulunterricht beschrieben wurde."