Mars-Mission Beagle 2, bitte melde dich!
Darmstadt - Der erste Versuch, ein Signal von Beagle 2 zu empfangen, scheiterte heute Morgen. Ob sich die Sonde, die unter anderem hochauflösende dreidimensionale Bilder des Planeten liefern soll, jedoch auf korrektem Kurs befindet, war zunächst unklar, weil bislang kein Datenaustausch mit dem Kontrollzentrum in Darmstadt bestand.
"Die Daten, die der Nasa-Satellit empfangen hat, enthielten kein Signal von Beagle 2", erklärte der Wissenschaftsdirektor der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, David Southwood. "Das ist nicht das Ende der Mars-Mission", sagte er weiter. Die nächste Möglichkeit, ein Signal zu empfangen, werde es Abend kurz vor Mitternacht geben. Auch danach bestünden noch weitere Möglichkeiten, Kontakt mit Beagle 2 aufzunehmen.
Zuvor hatte es bereits Probleme mit dem Mars Express Orbiter gegeben. Mehr als eine Stunde lang konnte wegen eines Fehlers beim Einstellen der Antennen an der Sonde kein Signal empfangen werden. Inzwischen wird wieder das so genannte Doppler-Signal in Darmstadt empfangen. Es gilt als Indiz dafür, dass es gelungen ist, den Orbiter in die Umlaufbahn des Roten Planeten zu bringen.
Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn sprach trotz der Probleme von einer erfolgreichen Mission - "ob es eine sehr erfolgreiche wird, zeigen die nächsten Tage". Die SPD-Politikerin lobte den deutschen Anteil an den Projekt, der der höchste aller beteiligten Länder sei, und hob die Bedeutung der Raumfahrt für Europa und die internationale Zusammenarbeit hervor.
Die Gesamtkosten des ersten Fluges zu einem Planeten komplett in europäischer Hand werden auf etwa 300 Millionen Euro beziffert. Deutschland trägt davon rund ein Viertel.
Flugdirektor Michael McKay zeigte sich trotz der Pannen optimistisch. "Wir haben eine Reihe von Sicherheitsoptionen. Dass wir jetzt kein Signal von Beagle haben, wird hier im Kontrollraum nicht so negativ aufgenommen." Da die Technik so empfindlich sei, hätten etwa schon kleine Temperaturunterschiede zu einer Verschiebung der Frequenzen führen können, was der Grund für den fehlenden Kontakt mit Beagle 2 sein könne.
Von mehr als 30 Mars-Missionen seit 1960 scheiterten rund zwei Drittel. Sollte Beagle 2 tatsächlich auf dem Mars gelandet sein, wäre dies die vierte Landung auf dem Planeten, der wegen seiner Ähnlichkeit zur Erde als deren kleiner Bruder bezeichnet wird.
Die Wissenschaftler erhoffen sich von der Mission Erkenntnisse über mögliche Wasservorkommen und Lebensformen auf dem Planeten. Markus Landgraf von der Mars Society Deutschland erklärte, Ziel sei es außerdem, den Weg für einen bemannten Marsflug zu ebnen. "Ich hoffe, diese Menschen leben heute schon, sitzen in der Schule und lernen Mathematik oder Naturwissenschaften", sagte er über die potenziellen künftigen Raumfahrer.