Mars-Mission: "Beagle 2" schweigt weiter - DER SPIEGEL
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Mars-Mission "Beagle 2" schweigt weiter

Auch ein neuer Versuch schlug fehl: In der Nacht war es Technikern nicht gelungen, per Radioteleskop Signale von dem Landegerät "Beagle 2" zu bekommen. Doch die Esa-Astronomen wollen die Hoffnung noch nicht aufgeben, Funkkontakt zum ersten europäischen Marsbesucher herzustellen.
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London - Die Techniker des englischen Observatoriums Jodrell Bank versuchten in der Nacht vergeblich, mit ihrem Radioteleskop Signale von Beagle 2 aufzufangen. Damit bleibt offen, ob das Gerät nur eine Umlaufbahn erreicht hat oder auch tatsächlich auf der Oberfläche des Planeten gelandet ist.

Auch über die amerikanische Sonde "Mars Odyssey", die sich seit Ende 2001 in einer Umlaufbahn befindet, war es nicht möglich, einen Funkkontakt mit "Beagle 2" herzustellen. Die Projektleiter der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) hofften auf heute Abend, wenn im Observatorium Jodrell Bank in der englischen Grafschaft Cheshire ein neuer Versuch unternommen werden sollte.

Möglicherweise ist die 67 Kilogramm schwere Sonde von der Größe eines Autoreifens so auf der Mars-Oberfläche gelandet, dass die Antenne in eine ungünstige Richtung zeigt. Ein anderer Erklärungsversuch geht dahin, dass die auf dem Planeten herrschende Kälte die Frequenz des Funksignals verändert haben könnte. Womöglich ist das Signal wegen leerer Batterien auch zu schwach. Nach Ansicht von Lutz Richter von der DLR kann es bis zu einer Woche dauern, bis ein Kontakt zu "Beagle 2" hergestellt ist.

Die Landeeinheit, die mit einem Bohrer Gesteinsproben entnehmen und analysieren soll, war gestern auf dem Roten Planeten gelandet. Die Esa wertet den rund 300 Millionen Euro teuren Flug zum Mars trotz des Bangens um "Beagle 2" als Erfolg. Die europäische Sonde "Mars Express", von der aus "Beagle 2" zum Mars startete, erreichte nach 205 Tagen und einer 400 Millionen Kilometer langen Reise am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages eine stabile Umlaufbahn um den roten Planeten. Das sei ein großer Tag für die europäische Raumfahrt, lobte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD).

Die Esa hat inzwischen damit begonnen, die Umlaufbahn von Mars-Express schrittweise zu ändern, um die Forschungsarbeiten vorzubereiten. Der Orbiter werde deshalb auf einen weniger elliptischen Kurs gesteuert, teilte die Esa mit. Mars Express nehme seine Bordinstrumente Mitte Januar in Betrieb. Der Planet wird kartografiert. Zudem werden die Oberfläche und Atmosphäre untersucht. Die Weltraumforscher erwarten vor allem von einem Radar neue Erkenntnisse, das Wasser bis in eine Tiefe von fünf Kilometern aufspüren kann. Denn nur mit Wasser gibt es möglicherweise Leben in Form von Bakterien.

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