Mars-Pläne Nasa lässt die Roboter buddeln
Wenn in Zukunft auf dem Mars richtig geschuftet werden muss, bekommt die Nasa ein Problem: Wie schafft man schwere Fahrzeuge wie etwa Bulldozer auf den Roten Planeten? Ingenieure der US-Raumfahrtbehörde haben sich mit dieser Frage beschäftigt und sind zu einer eleganten Lösung gekommen: Statt mächtiger Stahlkolosse kann auch ein Trupp kleiner Räumroboter die Drecksarbeit verrichten.
Auf den ersten Blick sieht die neueste Entwicklung aus den Forschungslaboren der Nasa aus wie ein rollender Ascheimer. Doch eine Schar der unscheinbaren Buddel-Roboter würde auf dem Nachbarplaneten wertvolle Dienste leisten, glaubt Brian Wilcox von der Robotic Vehicles Group am Jet Propulsion Laboratory der Nasa: "Wenn auf dem Mars heiße Quellen, Eisschichten oder Grundwasserreservoirs entdeckt werden, könnte ein Netzwerk dieser Rover wissenschaftliche Untersuchungen vornehmen und die Stelle nach und nach freilegen, genau wie es Menschen bei einer archäologischen Grabung täten."
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Zudem könnte eine Vorhut der mechanischen Bauarbeiter, so Wilcox, irgendwann einmal den Weg ebnen für erste menschliche Siedler: "Sie könnten genutzt werden, um unterirdische Wohnanlagen und Versorgungssysteme zu schaffen oder um lebenswichtige Rohstoffe zu fördern."
Die etwa 3,6 Kilogramm schweren, mit Solarenergie betriebenen Roboter haben Schaufelarme, mit denen sie die Marserde aufnehmen und in einen Eimer befördern können. Wenn sie dabei vornüberkippen, können sich die Mini-Bulldozer selbständig wieder aufrichten. Bei der Arbeit kommunizieren die einzelnen Blechkumpels mit einem zentralen Kontrollturm, der das Terrain mit Stereokameras überwacht. Falls ein Roboter in einer dunklen Bodensenke graben muss, kann ihn der Turm über einen Reflektor mit der nötigen Sonnenenergie versorgen.
Bislang haben die Nasa-Ingenieure vier funktionsfähige Prototypen des Räumroboters gebastelt. Rückendeckung für ihre Arbeit könnten die Entwickler von einem entfernten Späher der Raumfahrtbehörde erhalten: Falls der gerade am Roten Planeten eingetroffene Satellit "Mars Odyssey" tatsächlich Wasservorkommen unter der Oberfläche entdeckt, dürfte das Interesse an der robotischen Arbeitskolonne sprunghaft ansteigen.