"Messenger": Raumsonde kurz vor Vollbremsung am Merkur - DER SPIEGEL
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"Messenger" Raumsonde kurz vor Vollbremsung am Merkur

Mit einer Vollbremsung soll die US-Sonde "Messenger" in den Orbit des Merkurs gelangen. Glückt das Manöver, kreist erstmals eine Raumsonde um den kleinen Felsenplaneten. Neue Erkenntnisse über den Merkur sollen Astronomen auch bei der Erkundung ferner Welten helfen.
"Messenger" und der Merkur (Illustration): Sonde soll den Felsenplaneten erkunden
"Messenger" und der Merkur (Illustration): Sonde soll den Felsenplaneten erkunden

"Messenger" und der Merkur (Illustration): Sonde soll den Felsenplaneten erkunden

Foto: NASA
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Mehr als sechs Jahre lang war Messenger" unterwegs - jetzt hat die US-Sonde ihr Ziel fast erreicht: Sie steht kurz davor, in eine Umlaufbahn um den Merkur einzuschwenken. Es wäre das erste Mal, dass eine Sonde den innersten Planeten des Sonnensystems aus dieser Perspektive erkundet. Bereits 2008 hat "Messenger" bei einem Vorbeiflug rund 1200 Bilder und andere Daten vom Merkur zur Erde gefunkt. Auf solche Daten mussten Forscher lange warten: 1974 und 1975 hatte mit "Mariner 10" zuletzt eine Sonde den Merkur überflogen.

Astronomen hoffen, dass die "Messenger"-Beobachtungen helfen, Teleskopaufnahmen und andere Daten von fernen Exoplaneten besser zu deuten, sagte Ann Sprague von der University of Arizona, die am "Messenger"-Projekt beteiligt ist. Merkur ist mit einem Durchmesser von rund 4800 Kilometern nur etwas größer als der Mond der Erde.

Verläuft alles nach Plan, wird "Messenger" in der Nacht zum Freitag stark abbremsen und in einen Orbit mindestens 200 Kilometer über dem Merkur einschwenken. Der konzentrierte Einsatz der Bremstriebwerke verbraucht nach Angaben der US-Weltraumbehörde Nasa 31 Prozent des Treibstoffs, den "Messenger" an Bord hat. In der angepeilten Höhe umrundet die Sonde den Planeten einmal binnen zwölf Stunden. Zum Zeitpunkt des Manövers wird die Sonde rund 155 Millionen Kilometer von der Erde entfernt sein - und 46 Millionen Kilometer von der Sonne.

Magnetfeld deutet auf flüssigen Kern

"Messenger" verfügt über zwei Solarsegel zur Stromversorgung. Ein Sonnenschutz sorgt dafür, dass die Instrumente im Inneren kühl genug bleiben. Die Sonde soll erkunden, wie die Oberfläche des Merkurs beschaffen ist, sein magnetisches Feld analysieren und die geologischen Prozesse auf dem planetaren Winzling genauer ergründen. Das schwache Magnetfeld, das bereits "Mariner 10" entdeckt hatte, deutet darauf hin, dass Merkur einen flüssigen Kern hat - aufgrund seiner geringen Masse ist das ungewöhnlich.

Für "Messenger" beginnt mit dem Manöver der letzte Teil ihrer langen Reise: Zum Ende ihrer Mission wird die Sonde auf den Planeten stürzen.

wbr/Reuters