Dänemark Familie entdeckt Meteorit vor ihrer Haustür
Meteoritenfund in Dänemark
Foto: Emil Hougaard Bertelsen/ dpaNahe der dänischen Hauptstadt Kopenhagen sind am Wochenende Meteoriten auf die Erde herabgestürzt. Eine Familie in Ejby bei Glostrup habe ein Stück des Himmelskörpers - "etwa so groß wie ein Golfball" - am Sonntag vor ihrem Haus entdeckt, sagte Johan Uldall Fynbo von der Universität Kopenhagen am Montag.
Auf der dänischen Insel Seeland, auf der die Hauptstadt liegt, habe man auch einen Knall hören können, sagte Uldall Fynbo: "Es hat sich angehört wie ein Gewitter."
Bis nach Norddeutschland hatten Menschen am Samstagabend eine helle Leuchterscheinung am Himmel beobachtet. Vor allem auch aus dem Raum Rostock schilderten Augenzeugen in den sozialen Netzwerken ihre Beobachtungen.
Wie die "Ostsee-Zeitung" berichtete, hatten sie kurz nach 22 Uhr den verglühenden Himmelskörper gesehen, der einen langen, grünlichen Schweif hinter sich hergezogen habe.
Einige der Augenzeugen äußerten die Vermutung, dass Teile des Brockens aus dem All auch in Mecklenburg-Vorpommern niedergegangen oder in die Ostsee gestürzt sind. Vor fast genau sieben Jahren hatte ein ähnliches Ereignis im Nordosten für Schlagzeilen gesorgt.
Mann in Indien von Meteorit erschlagen?
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau tauchten am Montag weitere Meteoriten-Stückchen auf einem Parkplatz in Herlev westlich von Kopenhagen auf. Zusammen wögen die Steine ein halbes Kilo, sagte Daniel Wielandt vom Geologischen Museum dem Fernsehsender TV2.
In den vergangenen Jahren wurden auch andere Menschen Zeugen von Meteoritentreffern: Im Oktober 2011 schoss ein 88 Gramm schwerer Meteorit in das Dach eines Wohnhauses in Paris. Im Juni 2004 schlug ein 1,3 Kilogramm schwerer Brocken in ein Haus in Neuseeland ein.
Im März 2003 beschädigte ein Steinschauer ein Gebäude in Chicago. Im Jahr zuvor war der Britin Siobhan Cowton auf der Straße ein faustgroßer, glühender Brocken vor die Füße gefallen. "Das passiert nicht sehr oft in Northallerton", kommentierte die damals 14-Jährige ihren Fund. Über Deutschland zerplatzte im April 2002 der "Neuschwanstein-Meteorit" in 22 Kilometern Höhe - und ließ bei Füssen Steinchen regnen.
Im Februar 2013 hatte ein Meteoritenregen in der russischen Stadt Tscheljabinsk große Schäden angerichtet. Es gab 1500 Verletzte - aber glücklicherweise keinen Todesfall. Der ursprünglich etwa 20 Meter große Brocken war rund 30 Kilometer über der russischen Millionenstadt explodiert. Die dabei freigesetzte Energie entsprach dem 30- bis 40-Fachen der Hiroshima-Atombombe.
In Indien könnte es am Wochenende den schlimmsten Fall gegeben haben: Im Bundesstaat Tamil Nadu soll ein Mann von einem Meteoriten erschlagen worden sein. Wissenschaftler untersuchen den Einschlagsort.