Mini-Planetensystem Im All entsteht ein Winzling
Noch steht nicht fest, ob sich aus dem jetzt erspähten Objekt tatsächlich ein Sonnensystem formiert. Der Braune Zwerg, der von einer Scheibe aus Staub oder Gas umgeben ist, ist streng genommen ohnehin kein richtiger Stern. Brauner Zwerge sind zu klein: Ihre Masse reicht nicht aus, um in ihrem Inneren die Wasserstoff-Kernfusion zu zünden, die unsere Sonne und alle anderen Sterne zum Leuchten bringt.
Dennoch glauben US-Astronomen, dass aus dem Zwerg im Sternbild Chamäleon ein Mini-Sonnensystem entstehen könnte. Aus der Staubscheibe, die ihn umwabert, müssten nur noch kleine Planeten entstehen. Das Ergebnis wäre ein System, das nur ein Hundertstel der Größe unseres eigenen Sonnensystems besitzt. Ein derart kleines Planetensystem ist Astronomen bisher nicht bekannt.
Aufgespürt wurde der Braune Zwerg vom Weltraumteleskop Spitzer, zusätzlich richteten die Wissenschaftler auch ein Erdteleskop in Chile darauf aus. Der "gescheiterte Stern", wie Braune Zwerge auch genannt werden, ist etwa 500 Lichtjahre von der Erde entfernt.
"Unser Ziel ist, den kleinsten Stern zu finden, in dessen Umfeld Planeten entstehen", sagte Kevin Luhman von der Pennsylvania State University. "Wir haben hier Sonne von der Größe eines Planeten." Das Objekt sei nur achtmal schwerer als der Planet Jupiter, heißt es in einem Artikel, den die Forscher am 10. Dezember im Fachblatt "Astrophysical Journal Letters" veröffentlichen wollen.
Braune Zwerge entstehen ähnlich wie Sterne aus dichten Wolken von Gas und Staub. Wegen ihrer geringen Masse reicht der Druck im Innern jedoch nicht aus, um eine Wasserstoff-Kernfusion in Gang zu bringen. Sie bleiben deshalb relativ kalt.