Ursprung der Meteoriten: Mojave-Krater auf dem Mars
Gesteinsanalyse Der Mars-Krater, von dem die Meteoriten kommen
Rund 150 Meteoriten vom Mars sind bisher auf der Erde gefunden worden. Viele sind offenbar mehr als vier Milliarden Jahre alt - und damit mehr als sechsmal älter als gedacht, berichten Stephanie Werner von der Universität Oslo und ihre Kollegen im Wissenschaftsmagazin "Science".
Rund drei Viertel der Marsmeteoriten auf der Erde sind sogenannte Shergottiten, benannt nach dem ersten Fundort Sherghati in Indien. Diese Marsmeteoriten hatten Forscher durch ihr vergleichsweise junges Alter überrascht: Sie schienen erst vor 150 bis 600 Millionen Jahren kristallisiert zu sein.
Jetzt aber haben Werner und ihre Kollegen die Zusammensetzung der Mineralien in den Meteoriten genauer analysiert und mit derjenigen im Mojave-Krater auf dem Mars verglichen. Sie kommen zu dem Schluss, dass dieser Krater die Quelle vieler Shergottiten ist. Der 55 Kilometer breite Krater ist vor weniger als fünf Millionen Jahren in das Xanthe-Terra-Plateau geschlagen worden. Bei der Kollision wurden Trümmer losgeschlagen, von denen manche auf der Erde landeten.
Junges Alter vorgegaukelt
Das Gestein der Marsregion sei mit 4,3 Milliarden Jahren eines der ältesten auf dem Mars, schreiben die Forscher. Damit wären auch die Shergottiten bereits vor 4,1 bis 4,3 Milliarden Jahren kristallisiert und so nicht die jüngsten, sondern die ältesten Gesteinsproben vom Roten Planeten, wie Werner und Kollegen argumentieren. Das Gestein stammt mithin aus der Anfangszeit des Sonnensystems.
Analyse der verschiedenen Substanzen, sogenannter Isotope, in den Meteoriten stützen die These nun - sie deuten ebenfalls auf hohes Alter der Trümmer: Uran etwa zerfällt radioaktiv mit einer konstanten Rate - das Verhältnis seiner Ausgangssubstanz und des Zerfallprodukts gibt Aufschluss darüber, wann das Gestein entstanden ist.
Frühere Datierungen seien vermutlich irreführend, weil das Gestein der Meteoriten wohl zwischenzeitlich teilweise aufgeschmolzen war - die radioaktiven Uhren könnten damit gleichsam auf null gestellt worden sein - sie hätten damit ein zu junges Alter vorgegaukelt, schreiben die Forscher.